Repression und sozialer Widerstand in Chile - gestern und heute

 
Santiago, Chile, 07.11.2019, Foto: Nicole Kramm

27.11.2020 bis 15.1.2021

Die Gruppenausstellung vereint zwei Generationen von chilenischen Fotograf*innen zum Thema Repression und sozialer Widerstand in Chile. José Giribás - Fotos in Zeiten der Diktatur. Nicole Kramm, Sofia Yanjari, Fernando Lavoz, Nicolas Valdebenito - Proteste in Chile 2019.
Eintritt frei

Seit mehr als drei Jahrzehnten arbeitet José Giribás M. als Fotojournalist u. a. für den Spiegel, Bloomberg News und die Süddeutsche Zeitung. 1973 war er wenige Monate nach dem Militärputsch in Chile über Argentinien nach West-Berlin geflohen. Seine Arbeit führte ihn mehrfach auch wieder in seine alte Heimat. So reiste er Ende der 1980er Jahre dreimal nach Chile, begleitet von der Angst, verhaftet zu werden. Mit Unterstützung der Asociación de Fotógrafos Independientes (AFI) konnte er Aktionen und Demonstrationen gegen die Pinochet-Diktatur dokumentieren. Zwischen 2013 und 2017 dokumentierte Giribás im eigenen Auftrag 13 Orte, an denen nach dem Putsch 1973 Oppositionelle von Polizei, Geheimdiensten oder Militär verschleppt, dort verhört, gefoltert oder getötet wurden. Giribás suchte 30 Überlebende dieser Folterorte auf, porträtierte sie und schrieb ihre Zeitzeugenberichte auf. Im Oktober 2019 entwickelte sich in Chile eine von breiten Bevölkerungsschichten getragene Protestbewegung. Ausgelöst von einzelnen Aktionen von Studenten gegen erhöhte Fahrpreise, entwickelten sich vielfältige Forderungen nach sozialen Verbesserungen. Nach massiven Ausschreitungen wurde in Santiago der Ausnahmezustand verhängt und erstmals seit den Tagen der Diktatur ging wieder Militär in den Straßen patrouillieren. Die Polizei ging mit brutaler Härte gegen die Aktionen vor. Zu dieser Zeit war Giribás in Santiago. Natürlich hat auch er die Geschehnisse auf den Straßen fotografiert. Aber vor allem hat er die jungen Kolleg*innen bewundert, die mit ihrer Arbeit die Tradition der AFI fortsetzen. Giribás nahm sich vor, die Arbeiten der jungen Fotograf*innen auch in Deutschland zu zeigen.

Fotogalerie FriedrichshainHelsingforser Platz 1, 10243 Berlin

+49 30 296 16 84fotogalerie(at)kulturring.berlin

2. Internationale DaDa-Messe - Malerei, Zeichnung, Collage, Skulptur

 
Foto: Daniel Hermsdorf

2020.. bis 8.3.2021

Inge Gräber, Heinz-Hermann Jurczek, Gerhard Zaucker and 27 friends. Eine Hommage an die 1. DaDa-Messe vor 100 Jahren in Berlin.
Eintritt frei

Im Herbst 1920 veranstalteten Raoul Hausmann, George Grosz, Hanna Höch, John Heartfield u.a. die erste internationale DaDa Messe in Berlin. DaDa wurde 1916 von Exilkünstlern wie Hugo und Emmy Ball, Tristan Tzara, Hans Arp, Sophie Taeuber u.a. in Zürich entwickelt und kam über Richard Huelsenbeck nach Berlin und später auch nach Paris, und schließlich wurde es eine weltweite Kunst-Bewegung. ... Man veranstaltete vor 100 Jahren in der Galerie Dr. Otto Burchard am Lützowufer 13 in Schöneberg die 1. Internationale DaDa Messe. Wobei diese Bezeichnung eine DaDamäßige Übertreibung darstellte, denn die Künstler verfolgten eher die Idee, dem gängigen Kunstbegriff mit DADA eine eigene Note zu geben. So stellten sie auch Kinderzeichnungen aus und Kunst von nichtprofessionellen Künstlern, ebenso wie eigene Werke, Werke von französischen Künstlern wie etwa Picabia. Die derzeit weltweit 40 Kriege werden relativiert durch die Ankündigung des größten aller denkbaren Kriege, nämlich des Kriegs der Menschen gegen ihre natürlichen Lebensvoraussetzungen. Umwelt und Klima entwickeln sich zunehmend zu einer Bedrohung im Weltmaßstab. Die aktuelle Situation in Berlin ist der in Zürich 1916 nicht unähnlich. Viele zehntausende Asyl- und Wirtschaftsflüchtige sind in der Stadt, sehr viele Künstler aus aller Herren Länder, insbesondere in Lichtenberg. Unsere 2. Internationale Dada-Messe soll daran anknüpfen und ein hundertjähriges Jubiläum sein, eine Ausstellung von zeitgenössischen Künstlern, die sich Dada verpflichtet fühlen oder auch nicht. Eine Erinnerung an einen Wendepunkt in der Kunst, an eine Künstlergeneration, die sich sagte, dass nach dem Horror des ersten Weltkriegs man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne. Und so ist auch heute ein Zeitenbruch zu spüren, der naturgemäß auch die Kunst einschließt.

GISELA Freier Kunstraum LichtenbergGiselastraße 12, 10317 Berlin

+49 30 51 65 6005gisela(at)kulturring.berlin

Galerie im Club - 13. Kunstmeile in Baumschulenweg: ladies in jazz

 
Foto: Gerhard Metzschker

bis 27.11.2020

Fotografien von Gerhard Metzschker, ESFIAP, Color-Club Berlin-Treptow CCB.
frei

In der nahezu 120-jährigen Geschichte des Jazz werden Frauen erst ab den 1920er Jahren zunächst als Sängerinnen berühmt - Bessie Smith im Bluesgesang, 10 Jahre später Ella Fitzgerald als Scatsängerin – und gleichzeitig Mary Lou Williams per Piano als die einzige den männlichen Interpreten gleichwertige Instrumentalistin. Erst viel später wagten sich schließlich Frauen über Orgel und Harfe in die männlich dominierte Jazzwelt. Längst haben sich die Ladies allerdings emanzipiert und dominieren nicht nur als stimmliche oder instrumentale Damenbegleitung, sondern auch in eigenen, geschlossenen Frauenbands auf der Bühne. Die Ausstellung widmet sich beiden Varianten.

Kulturbund TreptowErnststr. 14/16, 12437 Berlin

+49 30 536 96 534KBTreptow(at)kulturring.berlin

Kulturbundgalerie Treptow: 100 Jahre Groß-Berlin

 
Foto: Lutz Liebe

2020.. bis 12.2.2021

Fotoausstellung des Colorclubs Berlin-Treptow
frei

Die Gründung von Groß-Berlin 1920 war die Voraussetzung für die Wandlung von Berlin zur Weltstadt, ein Meilenstein in der Stadtgeschichte. Aber keiner der heute Lebenden hat noch bewusst die Verschiebung der Berliner Stadtgrenze in die Provinz Brandenburg und die damit verbundenen Veränderungen erlebt, so dass eine Erinnerung an diesen Fakt und seine Bewertung nur anhand der historischen Literatur in Verbindung mit der aktuell sichtbaren, wiederum durch erneute Grenzziehungen umgestalteten Stadtlandschaft möglich ist. Hier kommt nun die Fotografie als ein wesentlicher Faktor ins Spiel. Wegen der kurzfristigen Einladung zur Fotoausstellung musste sich der Klub nahezu ausschließlich auf die Archive der Mitglieder orientieren. … Kaum eines der Clubmitglieder hat Berlin in fotokünstlerischer Sicht umfassend verfolgt, in aller Regel entstanden Fotodokumente, die nach kritischer Durchsicht jetzt die Grundlage der Jubiläumsausstellung bilden und ausschließlich durch ihre kommunikative Anordnung zu interessanten Sichtweisen führen und Wirkung erzielen können. Das dreiteilige Arbeitsergebnis wird in getrennten Ausstellungsbereichen mit den Themen • das leidgeprüfte alte Stadtzentrum in der Phase der Enttrümmerung und des Wiederaufbaus, • die jetzige, scheinbar unversehrte Stadtlandschaft mit inzwischen zwei Zentren, • das sozial-kulturelle Leben in der Stadt als Ausdruck der Lebensfreude, flankiert durch die beispielhafte Museumslandschaft vorgestellt. (Gerhard Metzschker)

Kulturbund TreptowErnststr. 14/16, 12437 Berlin

+49 30 536 96 534KBTreptow(at)kulturring.berlin

"b i l d e r aus dem p a p i e r k o r b" Hermann Ulrich Schreiber / HUS

 
Foto: HUS

2020.. bis 5.2.2021

spielerische umwandlung / verwandlungen phönix, metamorphosen aus vorgenutzten papieren mittels schere und leim.

Hermann Ulrich Schreiber, kurz HUS, 1943 in Radebeul geboren, studierte an der Fachhochschule Berlin-Schöneweide Gebrauchsgrafik, dann an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee im Fach Bühnenbild. „Ich habe viel gemacht – Theaterwerbung, Gebrauchs- und Fernsehgrafik und so weiter“, erzählt er. Nun im weisen Alter „verwurstelt“ er seine alten Theaterplakate und Anderes zu neuen Bild-Collagen. Übrigens pflegt HUS auch Comics als Steckenpferd – sein Humor ist ihm niemals abhanden gekommen. Seine letzte Ausstellung hatte er in der Berliner Galerie F92 im März 2019.

Kulturküche BohnsdorfDahmestraße 33, 12526 Berlin

+49 30 67 89 61 91bohnsdorf(at)kulturring.berlin

Regionale Geschichten - Frische Luft. Jutet Wetter. Sonne scheint.

 
Foto: Sebastian Bohne

bis 31.12.2020

Bekanntes und Unbekanntes aus Marzahn-Hellersdorf und seinem Umland, entdeckt und fotografiert von Sebastian Bohne. Vernissage anlässlich der Langen Nacht der Bilder.
Eintritt frei

Im Kindesalter, mit Papas Praktica im schönen Harz unterwegs, begann Sebastian Bohnes Interesse für die Fotografie. Natürlich zog man die Negative damals noch selbst im heimischen Badezimmer auf Papier. Den Vergrößerer auf der Waschmaschine und in der Wanne reichlich Wasser zum Wässern des Papiers, ging es an die Arbeit. Stundenlang konnte dann niemand auf die Toilette... Nach einer kreativen Schaffenspause, in der Fahrräder, Mopeds und Autos wichtiger waren als die Fotografie, begann Bohne nach etlichen Jahren quasi noch mal von vorn: "Die ersten Digitalkameras lagen im Handel, und so verbrachte ich viel Zeit damit, Fotos zu machen, die erst an einem Computer zu Bildern wurden." Heute fotografiert Bohne wieder viel auf Film, also analog. Er misst Licht, stellt Blende und Verschlusszeit ein und entwickelt erneut im Badezimmer. Ebenso wie früher erstellt er Abzüge in der eigenen Dunkelkammer. Seine Digitalkameras verstauben jedoch nicht und werden, je nach Thema, eingesetzt. Die kleine Fotoreise, die Sie mit ihm erleben werden, umfasst ein recht breites Spektrum und soll Ihnen zeigen, welche Motive ihm in vielen, vielen Jahren und einigen tausend Kilometern vor den Sensor oder eben den Filmträger geraten sind.

MAXIE-Treff der WG Wuhletal eGMaxie-Wander-Straße 56/58, 12619 Berlin

+49 30 22 35 61 27maxie-treff(at)kulturring.berlin

Wir waren Nachbarn - Biografien jüdischer Zeitzeugen

 
Foto: Wir waren Nachbarn

bis 31.12.2020

Biografische Ausstellung über die Lebensgeschichten ehemaliger jüdischer Bürgerinnen und Bürger aus Schöneberg und Tempelhof - Kooperationsprojekt des Vereins "Frag doch! Verein für Begegnung und Erinnerung", der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, des BA Tempelhof-Schöneberg und des Kulturring in Berlin e.V., Mo-Do sowie Sa und So 10 bis 18 Uhr, Begleitprogramm: www.wirwarennachbarn.de
frei


Rathaus SchönebergJohn-F.-Kennedy-Platz, 10825 Berlin

Maria Otterbein: no title – maybe tomorrow

 
o.T., ©: Maria Otterbein

bis 18.12.2020

Illustrationen und Animationen aus den Jahren 2017-2020.
frei

Maria Otterbein begreift ihre Arbeitsweise als ein Forschen nach Ausdrucksmöglichkeiten. Dabei arbeitet sie interdisziplinär, aber immer im surrealen Kontext. Es wird gebläht und geschrumpft, gezogen und gestaucht, Bildfragmente defragmentiert und in einen anderen Kontext eingebunden. Alles steht im Wandel, nichts bleibt, wie es war. Eine metaphorische Bildsprache eröffnet dem Rezipienten eine emotionale Welt - Bildwelten absurd und faszinierend zugleich. Der künstlerische Prozess bleibt stets im Fokus. Die Künstlerin und Illustratorin lebt und arbeitet in Berlin.

Studio Bildende KunstJohn-Sieg-Straße 13, 10365 Berlin

+49 30 553 22 76sbk(at)kulturring.berlin

Aquarelle und anderes - Neues von den Mittwochsmalern

 
Kursalltag, Foto: Andreas Mücke

1.12.2020 bis 29.1.2021

Arbeiten der Malgruppe unter der Leitung von Andreas Mücke.
Eintritt frei

Im Atelier des Obergeschosses im Studio Bildende Kunst werden zur Jahreswende Bilder des Kurses Naturstudien - Malerei zu sehen sein. Gezeigt werden Arbeiten, die im Zeitraum des letzten Jahres entstanden sind. Dabei präsentieren sich die Mitglieder der Malgruppe um den Kursleiter Andreas Mücke in den unterschiedlichsten Sujets und mit ihrem jeweils eigenen Stil. Die Teilnehmer*innen sind im Laufe der Jahre zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen, die sich durch das gemeinsame Interesse an der lebendigen Beschäftigung mit Kunst gefunden hat.

Studio Bildende KunstJohn-Sieg-Straße 13, 10365 Berlin

+49 30 553 22 76sbk(at)kulturring.berlin