Hat für Sie alles mit einem Zauberkasten angefangen, den Sie zu Weihnachten oder zum Geburtstag geschenkt bekommen haben, Elizabeth, oder wie nahm Ihre Passion für die Zauberkunst ihren Anfang?

Elizabeth Best: Nein, einen Zauberkasten gab es bei mir definitiv nicht! Eigentlich bin ich eher zufällig in die Welt der Magie geraten. Ich arbeitete in einem Shop an Bord eines Kreuzfahrtschiffes, als ich Craig Christian kennenlernte, der dort als Magier auftrat. Wir kamen zusammen und als mein Vertrag einige Monate später endete, begann ich als seine Assistentin zu arbeiten. Ich hatte keinerlei Bühnenerfahrung und war zuvor noch nie aufgetreten. Was mich damals vor allem reizte, war die Möglichkeit, eine neue Fähigkeit zu erlernen und dabei die Welt zu bereisen. Ich begann als eher klassische Magierassistentin und wirkte hauptsächlich bei großen Illusionen mit. Im Laufe der Jahre entwickelte sich unser Stil jedoch weiter und wurde deutlich rockiger und individueller. Die Kleider verschwanden, stattdessen trug ich schwarze Hosen, Tops und Jacken und fand nach und nach meine eigene Identität auf der Bühne. 

Als wir vor zehn Jahren unsere eigene feste Show in Blackpool bekamen, sagte Craig, ich müsse nun selbst etwas Magie präsentieren, damit er „eine Pause machen“ könne – seine Worte! Angefangen habe ich mit einem einfachen Fadentrick, bei dem ein Faden in viele Stücke zerrissen und anschließend wiederhergestellt wird. Von dort aus lernte ich immer mehr dazu und baute nach und nach eigene magische Darbietungen in die Show ein. 2019 wurde ich dann völlig unerwartet gefragt, ob ich mit einer Magie-Darbietung bei „Britain’s Got Talent“ auftreten möchte. Ich erreichte das Halbfinale und mein Vorsprechen wurde weltweit von Hunderten Millionen Menschen gesehen. Was also beinahe zufällig begann und ursprünglich nur eine Chance war, die Welt zu bereisen, wurde schließlich zu meinem Beruf.

Wenn es nicht die Zauberei und nicht die Akrobatik geworden wäre – welcher „bürgerliche“ Beruf wäre für Sie in Frage gekommen?
Elizabeth Best: Das Einzige, was ich neben der Magie wirklich einmal werden wollte, war professionelle Snowboarderin. Bevor ich zur Zauberkunst kam, lebte und arbeitete ich bereits in Skigebieten und hatte auf dem Snowboard so gut wie keine Angst. Ich mochte die Geschwindigkeit und glaube, dass ich mit dem richtigen Training ziemlich gut hätte werden können. Wenn es nicht das Snowboarden geworden wäre, hätte ich wahrscheinlich etwas im Bereich Freizeit oder Tourismus gemacht. Reisen war mir schon immer wichtig, deshalb hätte mein Beruf vermutlich ebenfalls etwas mit der Welt draußen und weniger mit einem Schreibtisch zu tun gehabt.

Robert Best: Nach dem Schulabschluss hatte ich zwei Jahre Floristik und Garten/Landschaftsbau studiert, aber danach ging ich immer zum Training. Es gab eigentlich nie die Frage, ob ich etwas anderes machen könnte, weil die Akrobatik immer im Zentrum meines Lebens stand. Es gab damals also nichts anderes und im Kopf nie eine Alternative oder den Plan B. Auch heute noch sieht es fast genauso aus. Allerdings gibt es durch Hobbys und gewisse Türen, die sich mittlerweile geöffnet haben, verlockende Möglichkeiten. Denen folge ich nach Belieben und nenne sie zweites Standbein.

Wie wichtig ist für die Bühnenmagierin die körperliche Fitness?
Elizabeth Best: Körperliche Fitness ist auf jeden Fall wichtig. Als ich hauptsächlich als Magierassistentin gearbeitet und viele große Illusionen präsentierte, habe ich regelmäßig trainiert und mich gedehnt, denn die Arbeit konnte durchaus körperlich anstrengend sein. 

Meine Rolle auf der Bühne hat sich inzwischen verändert und ich präsentiere nur noch ein oder zwei solcher Illusionen. Trotzdem ist man während einer Show überraschend viel in Bewegung. Fitness gibt einem Ausdauer und Energie, und natürlich gehört auch die eigene Ausstrahlung auf der Bühne zum Beruf eines Künstlers. Für mich geht es allerdings mehr um Gesundheit als nur darum, fit auszusehen. Ich lebe vegan, achte auf meine Ernährung, fahre gerne Fahrrad und Dehnen ist für mich nach wie vor sehr wichtig. Schon ein kurzes Stretching vor der Show macht einen großen Unterschied.

Welche Bedeutung kommt beim Akrobaten der mentalen Stärke zu?
Robert Best: Die mentale Stärke ist meiner Meinung nach eines der wichtigsten Attribute aller Akrobaten. Aber niemand wird damit geboren, sondern jeder kann sie sich aneignen. Mit jedem Trick den man erlernt, stärkt man die innere und mentale Stärke. Es ist ein kontinuierlicher Weg, den man mit Geist und Körper einschlägt. Man fängt mit der Rolle vorwärts oder einem Purzelbaum an. Irgendwann kommt ein Radschlag. Irgendwann ein Salto oder Flick Flack. Der Körper setzt das langsam um und der Verstand überwacht dieses Wachstum. Der erste eigenständige Salto oder freier Handstand belohnt seitens des Körpers das Bewusstsein und stärkt es. Selbstbewusstsein, was dir keiner mehr nehmen kann und du dir mit monatelangem Training erarbeitet hast. Geformt aus unzähligen Misserfolgen und kleinen Etappen-Zielen.

Haben Sie Projekte für Magie und Akrobatik in Kombination miteinander umgesetzt oder ist ein solches Projekt geplant?
Elizabeth Best & Robert Best: Wir haben bereits in einigen Produktionen gemeinsam auf der Bühne gestanden, auch wenn wir unsere beiden Disziplinen bisher noch nicht direkt in einer gemeinsamen Nummer kombiniert haben. Kreativ arbeiten wir jedoch sehr eng zusammen. Robert bringt regelmäßig Ideen und neue Perspektiven in meine Magieshow ein, und ich mache das Gleiche bei seinen Produktionen – manchmal mit magischen Ideen, manchmal mit Vorschlägen, die überhaupt nichts mit Magie zu tun haben. Da wir aus sehr unterschiedlichen künstlerischen Bereichen kommen, erkennen wir oft Möglichkeiten im Schaffen des anderen, die dieser selbst vielleicht gar nicht sieht.

Die Kombination von Magie und Akrobatik für ein gemeinsames Projekt schließen wir für die Zukunft keineswegs aus. Wir sind immer offen dafür, etwas Neues zusammen zu entwickeln. Robert beschäftigt sich bereits in seiner aktuellen Produktion BEATHOVEN mit der Verbindung verschiedener Kunstformen. Die Show vereint Live-Musik, Comedy und Akrobatik und wird gemeinsam mit Adrian (Diabolo und Cello) sowie Dustin (Einrad, Beatbox und Loopstation) präsentiert. Zu sehen ist sie am 4. und 5. September 2026 im Pfefferberg Theater in Berlin. Vielleicht kommt eines Tages ja auch noch ein wenig Magie dazu.

Wie lange üben Sie, bis der Zaubertrick sitzt und Sie mit sich selbst zufrieden sind?
Elizabeth Best: Das hängt ganz vom jeweiligen Effekt ab. Manchmal dauert es Wochen, manchmal Monate. Wenn ich etwas selbst entwickle, kann der Prozess sehr lang sein. Oft muss ich zunächst ein spezielles Hilfsmittel bauen und anschließend immer wieder Veränderungen vornehmen, bis alles genau so funktioniert, wie ich es mir vorstelle. Wenn ein Effekt von einem anderen Magier erfunden wurde, beginnt man mit einer bereits bestehenden Methode oder Routine. Das macht den Einstieg zwar einfacher, aber man muss den Effekt trotzdem lernen und vor allem zu seinem eigenen machen.

Ich liebe außerdem das Geschichtenerzählen. Deshalb ist die Magie selbst für mich nur ein Teil einer Darbietung. Viele meiner Stücke beschäftigen sich mit Themen wie dem Überwinden von Hindernissen, Angst oder menschlicher Verbindung. Die richtigen Worte zu finden und diese Geschichten mit dem Publikum zu verbinden, kann genauso viel Arbeit bedeuten wie das Erlernen der eigentlichen Magie. Die wahre Entwicklung beginnt erst vor einem Live-Publikum. Man kann etwas im Proberaum großartig finden und dann feststellen, dass es auf der Bühne nicht so funktioniert wie gedacht. Deshalb hört man auf die Reaktionen des Publikums und entwickelt die Nummer ständig weiter. Eine Illusion, die ich derzeit aufführe, hat Monate des Trainings und viel Dehnarbeit erfordert. Darauf bin ich sehr stolz, und andere Magier haben mir gesagt, dass es die beste Präsentation dieser Illusion sei, die sie je gesehen haben. Das freut mich natürlich sehr. Aber ich glaube nicht, dass ich jemals einen Trick als vollständig „gemeistert“ betrachte. Es gibt immer etwas, das man verbessern kann, und genau dieses Streben nach Weiterentwicklung gehört für mich zum Künstlersein dazu.

Wie intensiv ist für Sie als Akrobat das Training, bis Ihre Ausführung sich mit den eigenen Vorstellungen deckt?
Robert Best: Manchmal trainiert man Wochen, manchmal aber auch Jahre, bis ein Trick oder eine Figur perfekt sitzt. Was im Training klappt, klappt noch lange nicht auf der Bühne. Das beste Training ist tatsächlich auf der Bühne und ich kann nur jedem empfehlen auch einen nur halb fertigen Trick so schnell wie möglich vor Publikum zu präsentieren, denn Übung macht den Meister. Und manchmal bekommt man schnelles Feedback und erkennt sehr früh, ob man auf dem Holzweg ist oder hier eine Goldader in Aussicht steht. Hier gibt es sowohl vom Publikum, aber auch von Kollegen, verschiedene Rückmeldungen und Ideenfindung, die den Prozess undefinierbar beeinflussen kann.

Elizabeth, vorhin haben Sie vom Geschichtenerzählen gesprochen.  Eine Frage an Sie beide: Würden Sie sagen, dass Ihre Kunst auch in die Poesie hineinreicht?
Elizabeth Best: Ich weiß nicht, ob ich meine Kunst als Poesie bezeichnen würde, aber ein starkes Element des Geschichtenerzählens ist auf jeden Fall vorhanden. Für mich ist Magie dann am stärksten, wenn es um mehr geht, als Menschen einfach nur zu täuschen. Ich möchte, dass das Publikum etwas Visuell-Eindrucksvolles und Unmögliches erlebt, aber ich möchte auch, dass es sich mit einer Idee oder einem Gefühl verbindet. Viele meiner Stücke handeln von Themen wie dem Überwinden von Hindernissen, Angst, Glauben, Erinnerungen oder menschlicher Verbundenheit. Die Magie wird dabei zu einem Werkzeug, um diese Ideen lebendig werden zu lassen.

Ein guter Zaubertrick kann Menschen zum Staunen bringen, aber eine gute Geschichte kann ihnen noch lange nach der Vorstellung im Gedächtnis bleiben. Die Verbindung aus Storytelling, Emotionen und visueller Magie fasziniert mich als Künstlerin am meisten. Ob das nun Poesie ist oder nicht, weiß ich nicht. Aber ich glaube fest daran, dass hinter Magie immer auch eine Bedeutung stehen sollte.

Robert Best:  Bei meiner Frau ist es auf jeden Fall sehr poetisch und die Geschichten, die sie erzählt haben immer einen Bezug zum realen Leben mit visuellen Akzenten. Ich hingegen benutze eine nonverbale Kommunikation, welche auf ihre Art und Weise eine körperliche Poesie ins Spiel bringt, wenn man das so sehen möchte. Harmonische Bewegungen im Einklang mit der Musik, dem Kostüm und dem Charakter, den ich auf der Bühne repräsentiere. Ein Genuss, das auf der Bühne zu sehen und bewundern zu dürfen. So die Resonanz, die ich in Gesprächen mit dem Publikum bekomme.

Sehr wahrscheinlich haben Sie in Ihrer Muttersprache eine Entsprechung für das deutsche Sprichwort „Man lernt nie aus“. Kann man es auch auf die Zauberkunst und auf die Akrobatik beziehen? 
Elizabeth Best: Absolut. Das Sprichwort „Man lernt nie aus“ passt perfekt zur Magie. Keine Darbietung ist jemals wirklich fertig. Man verfeinert, verändert und verbessert ständig das, was man tut. Viele Menschen glauben, dass man für einen Zaubertrick lediglich in ein Geheimnis eingeweiht werden und dieses Wissen dann anwenden muss. Doch das ist erst der Anfang. Dazu kommen Präsentation, Timing, Publikumsinteraktion, Storytelling und viele kleine Details, die den Unterschied zwischen einem guten und einem unvergesslichen Effekt ausmachen. Ich habe beispielsweise Routinenummern, die ich seit vielen Jahren aufführe, und dennoch ändere ich immer wieder Kleinigkeiten am Text, am Tempo oder an der Art, wie ich mit dem Publikum interagiere. Manchmal kann schon ein einziger Satz die Wirkung einer Nummer komplett verändern.

Außerdem lerne ich von jedem Publikum. Jede Zuschauergruppe reagiert anders, und genau diese Reaktionen helfen dabei, eine Darbietung weiterzuentwickeln. Das ist einer der Gründe, warum ich Live-Theater so liebe. Selbst nach vielen Jahren auf der Bühne gibt es immer noch Neues zu entdecken und Verbesserungen vorzunehmen. Eine wichtige Erkenntnis war für mich, dass Menschen oft mehr an der Geschichte interessiert sind als am eigentlichen Trick. Früher lag mein Fokus hauptsächlich auf der Magie. Heute beschäftige ich mich genauso intensiv mit Emotionen, Botschaften und der Verbindung zum Publikum. Dieser Lernprozess hört niemals auf.

Robert Best: Natürlich lernt man nie aus. Ein Grundsatz, der für das ganze Leben gilt und auch für die Akrobatik. Die Welt verändert sich täglich, und man sollte versuchen, sich dementsprechend mit zu verändern, zu verbessern und zu entwickeln. Beispiel Marketing. Als ich 2005 angefangen habe, waren DVDs für die Vermarktung der Standard und haben die VHS Kassetten vollständig abgelöst. YouTube wurde gerade gegründet. Heute denkt niemand mehr darüber nach, eine DVD zu versenden. 

Elizabeth, was ist ein Trick in der Magie, den Sie besonders schätzen?
Elizabeth Best: Als Zuschauerin liebe ich Kartenzauberei, insbesondere Craig Christians Manipulationsnummer. Weil ich weiß, wie viel Arbeit dahintersteckt, schätze ich sie auf eine besondere Weise. Für das Publikum wirkt alles mühelos und einfach, doch die technische Schwierigkeit und die jahrelange Übung dahinter sind enorm. Als Künstlerin gibt es zwei Stücke, die mir besonders am Herzen liegen. Eines davon heißt „The Puzzle of Life“. Die Magie darin ist eigentlich recht einfach, aber die Geschichte und die Botschaft dahinter sind das Entscheidende. Oft kommen Menschen nach der Show zu mir und erzählen mir, dass sie dadurch ihr eigenes Leben aus einem anderen Blickwinkel betrachtet haben. Das bedeutet mir sehr viel.

Das zweite Stück beinhaltet eine brennende Kerze. Ich bitte eine Frau auf die Bühne und spreche mit ihr über Angst und die Grenzen, die wir uns selbst setzen. Wenn sie diese Angst loslässt, kann sie ihre Hand über eine Flamme halten, ohne sich zu verbrennen. Sobald sie sich jedoch wieder auf die Angst konzentriert, kehrt das Gefühl zurück. Es ist einer dieser seltenen Effekte, die für die Teilnehmerin genauso rätselhaft sind wie für das Publikum. Das fasziniert mich jedes Mal aufs Neue.

Was ist Ihre Lieblingsübung in der Akrobatik, Robert?
Robert Best: Handstand-Liegestütze. Dabei gehe ich auch gerne komplett runter in die Waagerechte ohne dass die Füße den Boden berühren und drücke mich dann wieder hoch. Ich liebe diese Übung, weil sie so unglaublich hart ist und nur wenige Wiederholungen möglich sind. Das mache ich meistens zum Schluss des Trainings und das nimmt mir wirklich die letzte Kraft.

Was muss man in unseren Zeiten im Unterschied zu früheren Zeiten als Akrobat können?
Robert Best: Die Selbstvermarktung auf Social Media ist meiner Meinung nach das Allerwichtigste. Abgesehen von deiner eigenen Gesundheit steht die erfolgsorientierte Karriere im direkten Zusammenhang mit deinen Followern auf Instagram, TikTok und der Plattform von morgen. Es ist eine neue Währung und hat die höchste Bedeutung. Ich bin jahrelang durch andere Strategien sehr erfolgreich gewesen und musste diese Tatsache vor kurzem realisieren. Die Hinweise dafür gab es aber schon vor 10 Jahren, aber ich habe sie nicht richtig ernst genommen. Social Media ist kein Hobby mehr, sondern ein absolutes Muss.

Muss ein Zauberkünstler heutzutage unbedingt High-Tech-affin sein?
Elizabeth Best: Nein, ich glaube nicht, dass ein Magier unbedingt High-Tech einsetzen muss, um starke Magie zu erschaffen. Einige der beeindruckendsten Effekte aller Zeiten verwenden die einfachsten Gegenstände und faszinieren die Menschen noch heute genauso wie vor Jahrzehnten. Trotzdem halte ich es für wichtig, die Welt zu verstehen, in der das Publikum lebt. In unserer Show verwenden wir beispielsweise einen Effekt mit einem Mobiltelefon, bei dem das Handy scheinbar in der Zeit zurückreist. Da Smartphones ein so großer Teil unseres Alltags sind, können sich die Zuschauer sofort damit identifizieren. Persönlich möchte ich mich jedoch nicht zu sehr auf Technologie verlassen. Wenn ständig Smartphones, Apps oder künstliche Intelligenz eingesetzt werden, fragen sich manche Zuschauer, ob sie gerade Magie oder einfach nur clevere Technik sehen. Dadurch kann ein Effekt manchmal weniger beeindruckend wirken, weil die Menschen automatisch nach einer digitalen Erklärung suchen.

Für mich entsteht die stärkste Magie dann, wenn Menschen nicht erklären können, was sie gerade gesehen haben – unabhängig davon, ob die Methode alt oder modern ist. Technologie kann als nützliches Werkzeug dienen, sollte aber die Magie unterstützen und nicht selbst die Magie sein.

Und diese Frage richte ich abschließend an Sie beide, Elizabeth und Robert: Was ist für Sie das größte Wunder im Alltag?
Elizabeth Best: Als Magierin erschaffe ich Illusionen, die Menschen zum Staunen bringen sollen. Doch oft finde ich die Natur noch viel erstaunlicher. Manchmal reicht schon der Anblick eines wunderschönen Vogels. Wenn man die feinen Details seiner Federn, die Farben, Muster und die Perfektion betrachtet, mit der alles zusammenpasst, kann man nur staunen. Die Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten ist unglaublich, und je genauer man hinschaut, desto faszinierendere Details entdeckt man. Ich glaube, wir gehen oft viel zu schnell durchs Leben und übersehen diese Wunder.

Für mich findet Staunen nicht nur auf einer Bühne statt. Es findet sich in der Natur, in den Tieren und in den Momenten, in denen man innehält, genauer hinsieht und erkennt, wie außergewöhnlich unsere Welt eigentlich ist.

Robert Best: Das größte Wunder ist, jeden Morgen aufzuwachen und sich der eigenen Gedanken bewusst zu werden und sie zu analysieren. Ich denke, also bin ich. Tatsachen, die meinen geistigen Horizont dermaßen sprengen, dass ich mit Ehrfurcht, Glückseligkeit und Bewunderung unsere Welt studiere. Wir sitzen auf einem gigantischen Lavaball mit einer hauchdünnen Schale, der sich mit über 100.000 km pro Stunde durch den Weltraum um die Sonne bewegt. Unser Bewusstsein wurde aus dem Nichts erschaffen. Wenn wir Glück haben, dürfen wir 100 Jahre hier verbringen. Danach kommt eine Unendlichkeit des Nichts. Keine Gedanken, Gefühle oder Träume. Zeit und Raum verschwinden. Seid euch dessen immer bewusst. Lebt und genießt jeden Moment im Hier und Jetzt. Auf einem Sandkorn, das wir Erde nennen, in einer Wüste von Galaxien in unserem Universum. 

Interview: Martina Pfeiffer

 

Der Kontakt zu Elizabeth Best und Robert Best wurde dankenswerterweise durch Inga Groß vom Forum neuer Zirkus e. V. ermöglicht

Elizabeth Best 
Geboren: Plymouth, Devon, im Südwesten Englands
Sie kam 2010 zum ersten Mal nach Deutschland, für ein drei bis viermonatiges Varieté-Engagement in Leipzig gemeinsam mit ihrem Bühnenpartner Craig Christian. Wieder zurück in England entschieden sie, nach Deutschland zu ziehen und Leipzig zu ihrer Basis zu machen. 2013 lernte Elizabeth Robert kennen, verbrachte zunehmend mehr Zeit in Berlin und zog schließlich 2014/2015 dauerhaft in die Hauptstadt.

Karriere als professionelle Magierin/Mentalistin:
* Seit etwa 2005 Arbeit mit dem Magier Craig Christian, zunächst als seine Assistentin, ab etwa 2016/2017 auch selbst als Magierin, zeitgleich mit dem Start der gemeinsamen Show in Blackpool
* Frühe Engagements unter anderem auf Kreuzfahrtschiffen, in Theatern und internationalen Varieté-Produktionen
* 2016 Gründung der gemeinsamen eigenen Show „The Evolution of Magic in Blackpool“. Die Show findet seitdem jedes Jahr statt 
* „Britain’s Got Talent“ – Halbfinalistin 2019 und 2024. Von „Britain’s Got Talent“ 2019 gingen mehrere Clips weltweit viral
* Weitere TV-Auftritte unter anderem bei „Das Supertalent“ in Deutschland und „Cabaret du Monde“ in Frankreich

Ausgewählte Spielorte und internationale Engagements:

Deutschland
* Krystallpalast Varieté, Leipzig
* Friedrichsbau Varieté, Stuttgart
* GOP Varieté-Theater – darunter ein einjähriges Engagement an mehreren Häusern
* Wintergarten Varieté, Berlin
* Verschiedene Dinner-Shows und Varieté-Produktionen

International:
* Große Kreuzfahrtschiffe und Showproduktionen an Bord
* Las Vegas, USA
* China
* Thailand
* Nigeria
* Rumänien
* Frankreich
* Großbritannien
* Zahlreiche weitere europäische und internationale Engagements

Aktuelle und kommende Engagements – September bis November 2026:

* Ende August: Abschluss der Sommersaison von „The Evolution of Magic in Blackpool“
* Anfang September: Rückkehr nach Berlin und Unterstützung von Robert bei seinen Berliner Shows
* 10.–20. September: Engagement bei Virgin Voyages, mit Anreise nach Griechenland und zwei unterschiedlichen 45-minütigen Shows
* Ende September: Weiteres Kreuzfahrt-Engagement mit MSC Cruises
* Oktober: Rückkehr nach Blackpool für ausgewählte Shows während der britischen Schulferien
* November: Theatertournee durch Rumänien, unter anderem in Bukarest und weiteren größeren Städten und Theatern. 

Robert Best
Geboren: Polen
Robert verbrachte die ersten sechs Jahre seines Lebens in Polen, bevor er im April 1989 mit seiner Familie nach Berlin zog. In Berlin wuchs er auf und lebt bis heute hier.
Karriere als professioneller Handstandartist, Akrobat und Entertainer:
* Ausbildung an der Staatlichen Artistenschule Berlin von 2002–2005
* Nach seinem Abschluss entwickelte er seine Handstandnummer, die seit über 20 Jahren den Kern seiner professionellen Arbeit bildet
* Zahlreiche Engagements in Varietétheatern, Burlesque-, Ladies-Night- und Entertainment-Produktionen, bei Firmenevents, Galas und internationalen Shows
* Besonders viel Erfahrung bei großen Automobil- und Firmenevents, darunter Produktpräsentationen, Veranstaltungen und Events für bekannte internationale Marken

Ausgewählte Spielorte und Produktionen

Deutschland:
* Krystallpalast Varieté, Leipzig
* GOP Varieté-Theater
* Wintergarten Varieté, Berlin
* Friedrichsbau Varieté, Stuttgart
* Schmidts Tivoli, Hamburg
* Zahlreiche Firmenevents, Galaproduktionen und Tourneeproduktionen in ganz Deutschland

Von 2017 bis 2019 entwickelte, produzierte und inszenierte Robert gemeinsam mit seinem Künstlerkollegen Chris die Show EXTASYA – Sexy Circus. Robert stand dabei auch selbst als Künstler auf der Bühne.

Die Produktion wurde im Pfefferberg Theater in Berlin gezeigt und entwickelte sich über mehrere Spielzeiten hinweg zu einer der erfolgreichsten Produktionen des Theaters.
Robert war außerdem Teil von Ohlala – Sexy Circus, einer Produktion von Gregory Knie.

Internationale Engagements:

* New York, USA
* Japan
* Türkei
* Italien
* Frankreich
* Österreich
* Niederlande
* Nigeria
* Auf Kreuzfahrtschiffen
* Sowie zu zahlreichen weiteren europäischen und internationalen Engagements

Aktuelle und kommende Projekte – September bis November 2026:

4. & 5. September – BEATHOVEN – Beat für Elise
Pfefferberg Theater, Berlin

Aktuell konzentriert sich Robert besonders auf BEATHOVEN – Beat für Elise, eine neue Show, die er gemeinsam mit zwei befreundeten Künstlern entwickelt hat. Die Produktion verbindet Live-Musik, Gesang, Beatboxing, Comedy und Akrobatik. Robert zeigt dabei weiterhin seine charakteristische Handstandartistik, präsentiert aber gleichzeitig auch eine andere Seite von sich mit Gesang, Musik und Beatboxing.

Die Berliner Vorstellungen am 4. und 5. September 2026 sind für Robert besonders speziell, da sie seine Rückkehr ins Pfefferberg Theater markieren, wo er bereits EXTASYA mitentwickelt und produziert hatte.

Das Trio hat BEATHOVEN in den vergangenen Monaten bei verschiedenen Veranstaltungen weiterentwickelt. Die Berliner Vorstellungen sind ein wichtiger Schritt, um die Show zukünftig auch an weiteren Theatern und Spielorten zu präsentieren.

20. September – George-Michael-Tribute-Show
Madloba Lounge, Berlin

Veranstaltungsort: Madloba Lounge, Lietzenburger Straße 13–15, 10789 Berlin

Weitere Engagements umfassen Straßenfeste, Firmenevents und Conventions in verschiedenen Teilen Deutschlands, darunter auch eine Truck Convention.