Die Berlin Biennale steht für Neuerung und Aufbruch im internationalen Kontext – und für Unabhängigkeit vom Kunstmarkt. Berlin präsentiert sich als Ankerpunkt auf der internationalen Landkarte der Kunst. Die Biennale findet alle zwei Jahre statt. Sie setzt auf den Dialog mit ihrem Publikum. Dieser ist insbesondere auch von politischer Relevanz, da die Teilnehmenden z.T. aus Kriegs– und Krisengebieten stammen.
Schon lange vor seiner leitenden Tätigkeit für die Berlin Biennale 2025 war Axel Wieder selbst begeisterter Besucher dieses Kunstevents. In unserem Gespräch erörtern wir unter anderem die Frage, ob Kunst eine Exklusivkompetenz hat in der Auseinandersetzung mit dem aktuellen Zeitgeschehen. Außerdem: Lassen sich zwischen der Biennale Venedig oder der Documenta Kassel Vergleiche zum Standort Berlin ziehen? 2025 war Zasha Colah aus Indien Kuratorin. 2027 wird der Ukrainer Vasyl Cherepanyn kuratieren. Wir blicken zurück auf die Biennale 2025 und voraus auf 2027: Was fand beim Publikum 2025 – das waren immerhin 130 000 Besucher - besonderen Anklang? Was wurde kontrovers diskutiert? Wie gestaltet sich die Interimsphase zwischen zwei Biennalen? Gibt es schon einen Ausblick auf 2027?
Axel Wieder, gebürtiger Stuttgarter, war von 2018 bis 2024 Direktor der Bergen Kunsthall. Gemeinsam mit seinem Team hat er in Norwegen ein vielbeachtetes Programm mit internationaler Ausrichtung bei lokaler Verankerung produziert. Von 2014 bis 2018 war Axel Wieder Direktor von Index – TheAbmelden Swedish Contemporary Art Foundation in Stockholm. Im Zeitraum 2012 bis 2014 leitete er das Programm des Arnolfini in Bristol. Er war Verantwortlicher von Ludlow 38, Goethe-Institut in New York (2010-2011) und Leiter des Künstlerhaus Stuttgart (2007-2010). 1999 gründete Wieder zusammen mit Katja Reichard und Jesko Fezer die Buchhandlung und Diskursplattform Pro qm in Berlin.
Axel Wieder studierte Kunstgeschichte und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin und der Universität Köln. Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen und Kunstakademien sowie Publikationen in Zeitschriften und Anthologien ergänzen sein Profil.
Die Berlin Biennale, eines der wichtigsten Foren für zeitgenössische Kunst, wurde 1996 gegründet. Verhandelt werden seitdem Themen und Strömungen, die sich international geltend machen. Doch auch weniger profilierte Positionen von Künstler*innen der jüngeren Generation gelangen in den gesellschaftlichen Diskurs.
Seit 2004 wird die Berlin Biennale von der Kulturstiftung des Bundes gefördert und gilt als „kultureller Leuchtturm“, der nicht allein bundesweit Beachtung findet, sondern seine Signale in die Welt aussendet.
Interview: Martina Pfeiffer
