Deals à Gogo

Kabarettistischer Jahresrückblick 2025 mit Claudia Clarin

Die Welt in den Polykrisen, Kriegsnachrichten noch und nöcher, „Friedenspläne“, die Aggressoren bevorteilen, die America-First-Agenda wird rigoros durchgezogen, alte Verlässlichkeiten bröckeln, vermeintliche Gewissheiten beginnen sich aufzulösen…

Wir blicken zurück auf ein Jahr, in dem bewusst widersprüchliche Publicity-Aktionen im Hü&Hott-Stil, Desinformation und Populismus international gängige Praxis geworden sind. Das Zauberwort des 47. Präsidenten der Vereinigten Staaten, geschäftsfokussiert wie er ist, lautet: „Deal“. Und das eben auch und besonders auf dem politischen Parkett. Möglich, dass so ein "Mindset", inklusive der Einschränkung des Presserechts, künftig auch in unserer Demokratie Schule macht? Und Trump setzt noch eins drauf: Er will in seinem eigenen Monopoly-Spiel Grönland und den Panamakanal unter US-amerikanische Dominanz bringen. Sogar Kanada beansprucht er als Bundesstaat für sich. Dass der „Golf von Mexiko“ von ihm in „Golf von Amerika“ umbenannt wurde – Google hat die präsidiale Korrektur umgehend  übernommen. Und auch das noch: “Kriegsministerium“ heißt es fortan in Amerika. „Verteidigungsministerium“ klinge zu defensiv. Höchst beunruhigend: Keiner will den Krieg, aber auch Deutschland wird jetzt „kriegstüchtig“ gemacht. Im September lief die "Sapad"- Übung gemäß russisch-belarussischen Plänen, ein kombiniertes Manöver an der Nato-Ostflanke. Nichts als Muskelspiel und Drohgebärde? Jedenfalls empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe den deutschen Bürgern, Vorräte für möglichst 10 Tage anzulegen – als Vorsorge für etwaige Krisen und Katastrophen. Der Friedensnobelpreis ging in diesem Herbst an die aufrechte Demokratin und venezolanische Oppositionspolitikerin Maria Corina Machado. Da hätte gerne ein anderer den Preis für sich eingeheimst und den Ruhm auf sich verbucht (Wir wissen, wer!).

Weitere Themen im Jahresrückblick: Der diesjährige Armutsbericht. Andererseits kommen manche in Champagnerlaune, wenn sie auf ihr Bankkonto und ihre Immobilien schauen.  Wir diskutierten 2025 u.a. über das Handyverbot an Schulen und saßen gespannt vor den Bildschirmen, als das Votum für Friedrich Merz als Kanzler erst im zweiten Wahlgang fiel.  Der Merz also im Mai. Gleich zum Jahresanfang schockierte die Feuersbrunst in Los Angeles: Fünf Fußballfelder verschwanden pro Minute - ein Katastrophenfilmszenario.  Der letzte Regen war neun Monate zuvor gefallen. Und im November der Taifun über den Philippinen und Vietnam, der Welt zum wiederholten Mal in Erinnerung rufend, dass der Klimawandel eines der drängendsten Probleme unserer Zeit ist. 

Interviewerin: Martina Pfeiffer

Der Podcast ist eine gekürzte Fassung des kabarettistischen Jahresrückblicks. Die Aufnahme erfolgte am 08.11.2025

Die ursprüngliche Ausbildung von Kabarettistin Claudia Clarin war eine musikalische. Sie studierte Populärmusik -  Gesang, trat als Teil einer Girl Group (produziert von den „Prinzen“) in der ZDF-Hitparade auf  und unterrichtete viele Jahre Kinder in Musikschulen, Kitas und weiteren schulischen Einrichtungen. Als Kinderchorleiterin schrieb und veröffentlichte sie eigene Kindermusicals. 

Claudia Clarins kabarettistische Handschrift macht aus, dass sie ohne Scham, und dabei sehr charmant, auf „Frauenthemen“ zu sprechen kommt.  So z.B in ihrem Kabarett-Programm „Menströse Frauen“. Aus weiblicher Sicht und mit satirischer Präzision kommentiert sie in unserem Jahresrückblick freilich auch Weiteres, nämlich die jüngsten Entwicklungen in Politik und Gesellschaft. Mehr Infos unter: www.claudiaclarin.de