Farbemphasen

Sammlungskuratorin Christiane Remm zum „Brücke“-Künstler Karl Schmidt-Rottluff

Karl Schmidt-Rottluff, geboren 1884 in Rottluff bei Chemnitz, hat sich über sein Werk und seine Person kaum geäußert. 1905 gründet das Künstlerquartett Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff die Künstlervereinigung „Die Brücke“. Erich Heckel erinnert sich: „Schmidt-Rottluff sagte, wir könnten das ‚Brücke‘ nennen – das sei  ein vielschichtiges Wort, würde kein Programm bedeuten, aber gewissermaßen von einem Ufer zum anderen führen. Wovon wir weg mussten, war uns klar – wohin wir kommen würden, stand allerdings weniger fest.“ 2026 ist das 50. Todesjahr von Karl Schmidt-Rottluff. Vom 16.11.2025 bis 15.02.2026 wird es im Brücke-Museum in Berlin Dahlem eine Ausstellung zur Malerei dieses Künstlers geben, in dessen Werk die Farbe in besonderem Maße den Rang einer Ausdruckmacht gewinnt: „Immer wieder muss die Welt neu gesehen werden“. Der Ausstellungstitel ist ein Zitat des Malers – eines der wenigen von ihm überlieferten Worte.

Hören Sie das Interview zu diesem in punkto Selbstvermarktung eher zurückhaltenden, bedeutenden „Brücke“-Künstler. Meine Gesprächspartnerin ist Christiane Remm. Christiane Remm ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Karl und Emy Schmidt-Rottluff-Stiftung und zugleich Sammlungskuratorin am Brücke-Museum. Die gebürtige Erfurterin studierte Kunstgeschichte an der TU Dresden. Im Brücke-Museum ist sie seit 2003 tätig. Von ihr  erfahren wir zum Beispiel, welche Kommentare die Besucher einer frühen Karl Schmidt-Rottluff-Ausstellung in Chemnitz auf den Bilderrahmen hinterließen. Wir hören etwas über Schmidt-Rottluffs Malerfreunde, über seinen Alsenaufenthalt und seine Besuche in Dangast, über Motive, Farbe und Farbauftrag zu jener Zeit.  Wir sprechen auch über seinen Umzug nach Berlin und das Hörpublikum gewinnt Einblicke in das fast siebzigjährige Schaffen des Künstlers.

Die Eröffnung des Brücke-Museums in Berlin Dahlem erfolgte im Jahr 1967. Initiiert war die Gründung durch eine Schenkung - zunächst 75 Bilder - von Karl Schmidt-Rottluff an das Land Berlin. Das Brücke-Museum beherbergt die weltweit größte Sammlung von Werken des deutschen Expressionismus unter besonderer Berücksichtigung der Künstlergruppe „Die Brücke“.

Interviewerin: Martina Pfeiffer