Musikvirtuose mit eigenem Drive

Zum Welttag der Musik 2025: Ein Interview mit Lukas Natschinski

"Alle Kunst ist der Freude gewidmet und es gibt keine höhere und ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken", so benennt Friedrich Schiller die Aufgabe der Kunst.  Der Komponist und Dirigent Gerd Natschinski hat diesen Anspruch, die Menschen mit seiner Kunst zu beglücken, im besten Sinne erfüllt. Sein Schaffen deckte ein beeindruckendes Spektrum an anspruchsvollen Unterhaltungsmöglichkeiten ab. Geboren am 23. August 1928 in Chemnitz, hatte Gerd Natschinski früh Unterricht in Musiktheorie und nahm Klavierunterricht. Zunächst erlernte er den Beruf des kaufmännischen Angestellten, doch die Musik ließ ihn nicht los.  Der Name Gerd Natschinski steht für eine Vielzahl von Kompositionen erfolgreicher Musicals, Operetten, Filmmusiken, Chansons, Lieder und Schlager. 1949 wurde er Orchesterleiter der Leipziger Capitol-Lichtspiele. Hanns Eisler lud ihn ein, an der Meisterklasse der Akademie der Künste teilzunehmen, der er bis 1952 angehörte. Dann wurde er Chefdirigent des großen Tanz- und Unterhaltungsorchesters beim Berliner Rundfunk, 1978 Intendant des Metropol-Theaters. Dreimal erhielt er den Nationalpreis der DDR für Kunst und Literatur. In Otto Schneidereits Nachschlagewerk "Operette A-Z: Ein Streifzug durch die Welt der Operette und des Musicals" (Berlin 1983) zitiert der Autor in Bezug auf das von Natschinski komponierte Musical "Casanova" aus dem Jahr 1976: "Seine Musik findet genau die Mitte zwischen Anspruch und Popularität, ist effektvoll und erreicht sofort das Ohr des Publikums" (Manfred Haedler in: Der Morgen, Berlin). Über "Mein Freund Bunbury",  einem der erfolgreichsten DDR-Musicals, auch im Ausland, 1964 im Metropol-Theater uraufgeführt, zitiert Schneidereit die Berliner Zeitung: " […] niveauvolle Unterhaltung, nach der unser Publikum hungert." Zum Musical „Terzett“ (1974) findet sich die Eintragung, Natschinski treffe damit den heiter-beschwingten, im Ausdruck spritzigen wie stimmungsvollen Musical-"Sound". Im Gespräch geht es zunächst um Lukas' Würdigung des Lebens und Wirkens von Gerd Natschinski. Wir laden Sie ein, sich entspannt zurückzulehnen und zuzuhören. Wenn wir dann den Fokus auf  Lukas Natschinskis eigenes musikalisches Schaffen legen, kommen Rock, Pop und Jazz ins Spiel. Schon die Musikintro vermittelt einen Eindruck davon, wie Lukas Natschinski auf diesem musikalischen Terrain zu beeindrucken vermag - und das mit unverkennbar eigenem Drive.

Musikintro: Lukas Natschinski
Interviewerin: Martina Pfeiffer