Der Verein „Freunde Schloss Biesdorf“ stellt ein Schmuckstück Berliner Geschichte vor

Prof. Gernot Zellmer

Mit dem Schloss Biesdorf und seinem Park verfügt der Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf über ein echtes Schmuckstück der Berliner Denkmallandschaft. Die spätklassizistische Villa wurde 1868 vom Architekten Heino Schmieden errichtet und steht ganz in der Tradition Karl Friedrich Schinkels. Das Schloss wurde zunächst von den adligen Gutsbesitzern als repräsentatives Herrenhaus genutzt. 1887 erwarb Werner von Siemens das Gut. Sein Sohn Wilhelm lebte bis 1919 im Schloss. Seit 1927 ist das Denkmalensemble im Besitz der Stadt Berlin. Im April 1945 wurde das Gebäude durch einen Brand zerstört und anschließend nur notdürftig für die weitere Nutzung des Erdgeschosses hergerichtet. Dass es heute wieder in alter Schönheit erstrahlt, ist bürgerschaftlichem Engagement, dem langjährigen Einsatz des Bezirksamtes und der professionellen Arbeit von Architekten und Bauleuten zu verdanken. 

Unser Verein wurde im Jahr 2001 unter dem Namen „Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf“ mit dem Ziel der Wiederherstellung des Denkmalensembles in seiner historischen Gestalt gegründet. Die Stiftung war Bauherrin der Sanierungsarbeiten an den noch erhaltenen Außenfassaden und dem Turm, die von 2002 bis 2007 durchgeführt wurden. Von 2013 bis 2016 erfolgten im Auftrag des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf nach den Plänen des Architekturbüros Pinardi die denkmalgerechte Wiederherstellung der ursprünglichen Innenräume sowie der Wiederaufbau des historischen Obergeschosses.

Seit der Verwirklichung des ursprünglichen Vereinsziels und der Eröffnung des wiederaufgebauten Schlosses im Jahr 2016 trägt unser Verein den Namen „Freunde Schloss Biesdorf". Mit vielfältigen Aktivitäten engagieren wir uns dafür, das Denkmalensemble als geschichtsträchtigen und identitätsstiftenden Ort der Kultur und Begegnung in unserem Stadtbezirk mit Leben zu erfüllen. Dabei hat uns auch der Kulturring in Berlin, namentlich unter anderem der ehemalige Vereinsvorsitzende Lutz Wunder, Rosemarie Eckhardt und die Geschichtsfreunde Karlshorst, auf vielfältige Weise unterstützt. Wir haben den 10. Jahrestag der Schlosseröffnung zum Anlass genommen hat, um die vielen architektonischen Details und baulichen Besonderheiten dieses Schmuckstücks der Villen- und Gartenkunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts in einem Sammelband aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Wir konnten namhafte Architektur- und Kunsthistorikerinnen für die Mitarbeit an dieser Publikation gewinnen. In ihren Beiträgen spannen sie den baugeschichtlichen Bogen von der Antike bis zur Berliner Schule und lenken den Blick auf architektonische Details, die bei einem Rundgang leicht übersehen werden. 

Wir wollen bei den Besucherinnen und Besuchern der Kommunalen Galerie Schloss Biesdorf damit auch den Wunsch wecken, die Schönheiten dieses architektonischen Kleinods noch einmal in Augenschein zu nehmen.Wir werden das Buch am 18. September um 14 Uhr in unserem Schloss vorstellen. 
Sie sind herzlich eingeladen, dabei zu sein!