Der Kulturring ist nicht nur ein Ring, also ein runder Verbund von Medienpoints, Galerien, Veranstaltungsorten und Hobbygruppen, sondern auch ein Raum. Ein Raum für geförderte Arbeit, für Teilhabe, soziales Miteinander, Bildung und Kreativität. Dieser Raum bietet Struktur und viele unterschiedliche Möglichkeiten sinnvoller Tätigkeit.
Die bildende Kunst gehört, ebenso wie Literatur, Musik und Film, in den Kulturring-Raum. Zu uns gehören Galerien und Häuser, in denen sich regelmäßig künstlerisch tätige Gruppen, manche seit Jahrzehnten, treffen und arbeiten. Workshops, in denen man zeichnen, malen, drucken, fotografieren oder filmen (Video) kann, stehen jedem, auch Ihnen, offen. Ständig laufen sehenswerte Ausstellungen und die Bandbreite ist groß. Die Ausstellungsseiten in der kultur.txt informieren regelmäßig über Laufzeiten, Orte und Künstler, und haben ihren festen Platz in der Mitte des Heftes.
Die Kunst ist frei und der Freiraum Kunst stellt uns heute immer wieder vor die Frage: „Wozu?“ Daniel Aldridge beleuchtet das Thema in seinem Text ab Seite 9. Ja, wozu? Auf die plumpeste Frage – jeder kennt sie – gab es bisher noch keine gültige Antwort. „Ist das Kunst, oder kann das weg?“ Beim Versuch der Beantwortung scheiden sich schnell die Geister (übrigens endet die Ausstellung „Geister“ am 3. Juli um 17 Uhr mit einer Finissage und Geisterfeuer im Kulturhaus Baumschulenweg, nur so als Tipp). Und der berühmt gewordene unbewusste Versuch einer Beantwortung dieser Frage durch einen Hausmeister im Jahr 1986 führte auch nur zu Streit. Immerhin mit dem Ausgang, dass das Land Nordrhein-Westfalen dem Eigentümer der „Fettecke“, also des Kunstwerkes, welches der Hausmeister im Müll entsorgt hatte, 40.000 DM Entschädigung zahlen musste.
Wozu also Kunst? Es gibt viele Antworten. Meine liebste ist die: Künstlerisch tätig sein und Kunst zu betrachten entheben uns für eine gewisse Zeit der Widrigkeiten des Alltags. Beide Richtungen, Kunst schaffen und Kunst genießen, tun dem Menschen gut. Es muss ja nicht immer Fett sein.
Pablo Picasso sagte: „Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.“ Friedrich Nietzsche sagte: „Kunst ist die eigentliche Aufgabe des Lebens.“ Zwischen diesen beiden Aussagen, der pragmatischen ersten und der philosophischen zweiten, spannt sich der Horizont der Möglichkeiten, der Freiraum. Im Kulturring wird er immer wieder aufs Neue gefüllt. Zum Beispiel in der „Kleinen Sommerakademie“, die das Baume Konnektiv zum dritten Mal im Kulturhaus Baumschulenweg veranstaltet oder auf dem „Zusammenfest“ in der Villa und im Garten des Studio Bildende Kunst gleich am 4. Juli.
Kommen Sie vorbei, machen Sie mit!