Die Idee hatten die Kids in Spandau, im Falkenhagener Feld. Der Kindermedienpoint des Kulturring freut sich über die vielen kreativen Vorstellungen der Kinder, die hierherkommen. Und warum ein teures Markenprodukt, Made in China, für viel Geld kaufen, wenn es selbst mit einem einzigartigen Aussehen gebastelt werden kann? Oder eine Figur, die Vorlage für ein Sci-Fi-Abenteuer sein kann? Es können schon auch mal 20 Kids sein, die nachmittags vorbeischauen, wenn die Schule aus ist. Möglichkeiten, die Freizeit zu verbringen, gibt es einige. Ein extra Raum ist da zum Chillen, zum Lesen oder auch, um sich einen „Harry Potter“-Film anzuschauen. Gemeinsames Kochen oder Backen ist sehr beliebt. In einem anderen Raum wird gebastelt oder gemalt. Das Kulturring-Team ist kulturell so gemischt wie die Kinder im Kiez. Ich lasse mir die Herkunft aufzählen: Syrien, Afghanistan, Iran, Tanzania, Libanon, Eritrea, Tunesien, Polen, Kasachstan. Wahnsinn, und dann gibt es noch drei Berlinerinnen ohne Migrationshintergrund. Sandra Förster, die Chefin im Haus, erzählt, wie Leinwände bemalt, wie Türen gestaltet, ein Insektenhaus gebaut, aus selbst hergestellten kleinen Ziegelsteinen Häuschen errichtet werden. Überall gibt es Kästen und Kartons mit Material, sorgfältig beschriftet: Faschingsmasken, Holz-Wichtel, Halloween, Gips, Styropor, Eierkarton usw. Alle legen sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit und darauf, dass die Kinder selbst Ideen einbringen. „Das ist nicht immer einfach, da etwas rauszulocken“, sagt Angelika Waeke. „Da machen wir manchmal sechs bis acht Vorschläge, aber keiner gefällt. Und plötzlich fällt den Kids ein: Lasst uns doch rausgehen und die Pflaster bemalen. Und dann geht es eben los.“ Oft kommen die Kinder und wollen Geschenke basteln oder Karten gestalten, für die Eltern oder auch für Lehrer und Erzieher. Natürlich bereiten sich die Mitarbeiter auf vieles vor, doch Überraschungen gibt es immer wieder. „Das macht es doch auch für uns kreativ. Ich kann mir keine schönere Arbeit vorstellen“, sagt Marlies Teichmann, die seit 2014 dabei ist. Und Sandra Förster zeigt mir beim Abschied ein kleines Geschenk, das einen Ehrenplatz bei ihr hat: Eine Kinderkünstlerin hat es gebastelt und bemalt und darauf geschrieben: „Sandra, danke dass du da bist“. Was kann es Schöneres geben?


