Tja, wo nur anfangen? Unser Garten ist weg. Kaputt. Unten ist das Beweisfoto. Erst, wenn etwas verlorengegangen ist, wird einem bewusst, wie wichtig es war. Man erlebt das bei einem Stromausfall und, wenn das Wasser abgestellt wird. Was ist der Mensch ohne aufgeladenes Smartphone, und was ist er schon ohne Toilette? Jetzt macht das Kulturhaus Baumschulenweg die schmerzvolle Erfahrung des Verlustes einer Selbstverständlichkeit, und sie ist nicht so einfach wieder einzuschalten, wie Wasser und Strom. Was ist geschehen?
Das Haus wurde vor 130 Jahren auf dem Grundstück in der damals neu angelegten Ernststraße erbaut. Man darf davon ausgehen, dass die beiden schönen großen Bäume, der Ahorn links und die Robinie rechts, die dem Garten seinen besonderen Charme verliehen, zu dieser Zeit gepflanzt wurden. Weit über einhundert Jahre lang haben sie also vieles gesehen. Sehr vieles, wie man im Eingang des Hauses auf zwei Tafeln nachlesen kann. Diese Bäume waren fünfzehn Meter hoch, sie waren majestätisch und gaben dieses angenehme Gefühl von Geborgenheit. Sie zogen die Besucher des Hauses immer wieder magisch in den Garten. Nun mussten sie, alt, krank und zur Gefahr geworden, gefällt werden. Es war eine dringend not- und aufwendige Aktion, und wir sind dem Bezirksamt Treptow-Köpenick dankbar, sie übernommen und durchgeführt zu haben. Alleine hätten wir es nicht stemmen können. Kulturamt und Facility-Management des Bezirkes entschieden kurzerhand, die Baustelle zu übernehmen. Zwei Tage lang waren fünf Baumpfleger ohne Unterlass mit Motorsägen oben in den Kronen und unten am Boden im Einsatz. Im nächsten Schritt mussten dann die Tonnen alten Holzes mit Kränen über das Haus auf LKWs in der Ernststraße verladen und abtransportiert werden. Es ist eine Zäsur für das Haus.



