Karlshorst feierte 2025 den 130. Jahrestag seines Bestehens. Es war ein Fest voller Gemeinsamkeiten und Lebensfreude. Im Reigen der vielen Veranstaltungen von Januar bis Dezember enthüllte der Fonds für Erinnerungskultur Lichtenberg eine Gedenktafel für Max Beer und eine Stele für das Ehepaar Georg und Lisbeth Stern mit ihren Kindern sowie Max Wertheimer. Sie zählen zu den Persönlichkeiten, denen die nationalsozialistische Politik seit 1933 jeden weiteren selbstbestimmten Lebensweg zerstörte. Der Fonds für Erinnerungskultur, der Gedenktafel und Stele ermöglichte, wurde vom Bezirksamt Lichtenberg im Jahre 2008 eingerichtet. Er soll die Umsetzung des langfristig angelegten Gedenktafelprogramms in Lichtenberg sichern und für eine breitere Öffentlichkeit wahrnehmbarer umsetzen. Die fachlich-inhaltlich Vorbereitung erfolgt in der ehrenamtlichen Arbeitsgemeinschaft Gedenktafeln im Auftrag der Bezirksverordnetenversammlung.
Die Gedenktafel für Max Beer steht vor seinem Wohnhaus Gundelfinger Straße 4.
Max Beer, 1864 geboren, übersiedelte nach seinen ersten Jobs, unter anderem als Hauslehrer, 1889 aus dem damaligen österreichischen Tarnobrzeg über Polen nach Deutschland. Er arbeitete als Redakteur und suchte zielgerichtet Kontakte zu führenden Persönlichkeiten der Sozialdemokratie. Sein Lebensthema wird die Geschichte sozialer Kämpfe. Als stellvertretender Chefredakteur der Volksstimme verbüßte er wegen „Beleidigung der Polizei, der Armee, der Ort- und der Zentralregierung“ 14 Monate Haft. Da die Ausweisung aus Preußen drohte, emigrierte er 1894 nach London, lebte einige Jahre als Publizist in New York. Von 1902 bis 1912 war er als Nachfolger von Eduard Bernstein Londoner Korrespondent des „Vorwärts“.
1908 heiratete er die Buchhalterin Gertrud Magdalena Zimmermann (1886-1947). Zwischen 1907 und 1914 wurden in London die Kinder (drei Söhne, zwei Töchter) als britische Staatsbürger geboren. 1913 erschien seine Publikation „Geschichte des Sozialismus in England“.



