Bernhard Korte:

Kindermedienpoint 2022

Ein ganz normaler Arbeitstag

Es ist Mittwoch. Für mich eigentlich ein ganz normaler Arbeitstag in meiner wöchentlichen Terminplanung und deren Abarbeitung. Doch nicht nur für mich ist der Mittwoch immer ein besonderer Tag. Auch für meine Kollegen*innen vor Ort bringt dieser Wochentag, der mich jeweils in den Kindermedienpoint im Kraepelinweg führt, eine gewisse Aufregung mit sich. Es ist der Tag, an dem sich das Team und die Leitung inhaltlich begegnen und an dem man besonders konzen­triert und gut vorbereitet sein muss, wie es ­Gabriele Neumann einmal auf den Punkt brachte. Oder um es mit den Worten unserer Kollegin Antje ­Petroschka zu schreiben: „Ein Tag, an dem man sich immer besonders in der Verantwortung und dem ­Gefühl befindet, nun auch abzurechnen, was in den letzten Tagen erreicht oder nicht erreicht werden konnte.“
Mit G. Neumann und ­A. ­Petrosch­ka sind zwei der Mitarbeiterinnen genannt, die stellvertretend für ein starkes Team von durchschnittlich acht bis zwölf Mitarbeiter*innen in diesem, beim Kultur­ring einzigartigen, Projekt und Objekt „Kinder­medienpoint Spandau“ stehen. Jeden Mittwoch besuche ich das Team während des laufenden Betriebes und wir besprechen organisatorische und perspektivische Angelegenheiten. Natürlich werden dabei auch viele andere, auch persönliche, Sorgen und Probleme angesprochen und, soweit möglich, gemeinsam für Lösungen gesorgt. Es ist eine schöne, über Jahre gewachsene, Gewissheit, dass ich mich auf das Verantwortungsbewusstsein und die Selbstständigkeit der Kolleg*innen im Team vor Ort verlassen kann. Das war nicht immer selbstverständlich. Als ich 2012 die Nachfolge des damaligen Spandauer Koordinators Dr. Wolfgang Engel antrat, befand sich der Kindermedienpoint, am 1. Juli 2009 aus der Taufe gehoben, noch immer in der Aufbauphase. Man hatte zum Beispiel schon zwei kräfteverbrauchende Umzüge hinter sich gebracht, bevor man sich im Kraepelinweg 7 dauerhaft niederließ. Das Projekt wurde damals mit nur wenigen Mitarbeiter*innen betrieben und die perspektivischen Möglichkeiten waren aus finanziellen Gründen eher bescheiden. Viel Positives hat sich seitdem entwickelt, und dafür gebührt ehemaligen wie auch aktuellen Kolleginnen wie zum Beispiel Frau Drewitz, Baird, Hinkelmann, Hellenbrandt, Fabich, Faust und eben im Besonderen auch Antje Petroschka und Gabriele Neumann großer Dank.

Auch die aktive Mitarbeit im Quartiersmanagement, dem Quartiersrat, in der Aktionsfondjury und dem Mieterbeirat durch Antje Petroschka gemeinsam mit mir, ist für die organisatorische und finanzielle Unterstützung des Kindermedienpoints sehr wichtig.

Als Frau Petroschka im Jahr 2016 zu uns kam, war eine ehrenamtliche Arbeit zunächst für sie kaum denkbar (wie sie mir erst vor wenigen Wochen rückblickend offenbarte). Dennoch nahm sie nach mehre­ren motivierenden Gesprä­chen, in denen die Wichtigkeit und der Nutzen eines Medienpoints für Kinder herausgearbeitet wurde, diese Herausforderung gerne an. Und heute ist die Mitarbeit in den ehrenamtlichen Gremien für Antje ­Petroschka gar nicht mehr wegzudenken. Vieles hat sich zudem weiterentwickelt. Gabriele Neumann hierzu: „Es gibt einen wöchentlichen Aktionsplan, an dem man mitarbeitet und sich im Nachgang orientieren kann. Gemeinsam pflegen wir einen kreativen Austausch der Kollegen*innen untereinander, um den Kindern immer etwas Neues und Interessenorientiertes anbieten zu können. Die Teilnahme an allen bezirklich- und kiezbezogenen Veranstaltungen ist für uns selbstverständlich. Die Unterstützung mit besonderen Angeboten für das Flüchtlingsheim in der Freudstraße und die zusätzlichen Bastelangebote im Schwedenhaus zeigen, dass wir hier im Falkenhagener Feld gebraucht werden und mit unseren Angeboten anerkannt sind.“

Doch zurück zum Beginn des Artikels. Es ist Mittwoch. Ein ganz normaler Arbeitstag, an dem wir wieder gemeinsam vor Ort nach all dem Auf und Ab, Auf und Zu, mit Maske oder ohne, „geimpft, genesen oder getestet“, wieder miteinander sprechen und uns darüber austauschen, wie wir der teilweise coronabedingten Stagnation der vergangenen Monate mit unserem täglichen Angebot entgegenwirken können. Wir werden gemeinsam kon­struktive Lösungen finden und mit der Unterstützung der besonders aktiven Kolleginnen auch die nächsten Herausforderungen meistern.

Die Mitarbeiterinnen im Kindermedienpoint werden nach der beratenden Gesprächsrunde wieder ihren vielfältigen Aufgaben nachgehen, den Kindern, die „ihren“ Medienpoint besuchen werden, eine angenehme Atmosphäre schaffen und das geplante Angebot für später am heutigen Mittwoch vorbereiten.

Nach diesem Arbeitstreffen verlasse ich den Kindermedienpoint Spandau wieder mit einem guten Gefühl und hoffe, dass wir auch in Zukunft immer wieder Kollegen*innen, Ehrenamtliche und Freiwillige finden werden, die uns mit ihrem ganz persönlichen Engagement unterstützen. Es ist ein wertvolles Angebot für die Kinder.