Armin Hottmann

The Art of Openness

Über die Kunst, offen zu sein

Offensichtlich ist dies wirklich eine Kunst. Das zumindest glaubt man, wenn die Augen des Beobachters über die Metropolen-Grenzen Berlin hinausschweifen. Aber auch in unserer Stadt haben die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen wachsende soziale Unterschiede und Verwerfungen zutage gebracht, die durchaus bis zur sozialen Isolierung führen können. Es gibt – gerade in sozialen Medien – die unterschiedlichsten Stimmungen. Woran es indes fehlt, ist häufig ein respektvolles Zuhören und ein zielführender Dialog. Spürbar war dies schon vor der Pandemie, aber Corona hat alles zugespitzt. Nicht nur prominente Menschen aus dem kulturellen Leben beteiligen sich intensiv und kontrovers. Auch kulturelle Organisationen sind häufig Initiatoren von Debatten.

Genau zu dieser Thematik erreichte den Kulturring im April die Einladung zu einer Online-Konferenz unter dem Thema „Kulturorganisationen als Orte des Dialogs”, die von Kurybines jungtys („Kreative Verbindungen”) mit ihrem litauischen Netzwerk „The Art of Openness” organisiert wurde. Mit zwei Präsentationen und viel Platz zur Diskussion wurde gute Praxis der sozialen Kulturarbeit von verschiedenen Perspektiven gemeinsam betrachtet. Das Netzwerk begreift sich dabei als offener Raum für gemeinsame Aktivitäten.

Die litauische Kunst- und Medienpädagogin Milda Lauzikaite ist eine der treibenden Kräfte hinter diesem wachsenden Projekt. Milda traf ich zum ersten Mal 2008 in Berlin. Wir waren im Gespräch, wie wir gemeinsam in einem Europa-Projekt zusammenarbeiten könnten. Ein erster Schritt in diese Richtung war die Partnerschaft in unserem EU-Projekt zur Videobildung „viducate” von 2009 bis 2011. Viducate weckte bei ihr persönlich mehr Interesse am Thema Europa, und sie hat danach begonnen, selbst EU-Projekte zu koordinieren. Im aktuellen, vom Kulturring initiierten EU-Geschichtsprojekt „shifting walls“ ist Milda mit ihrem Team wieder dabei. Sie hat sich dort vor allem mit der Aufarbeitung der litauischen Unabhängigkeitsbewegung aus den Jahren 1990/91 mit Jugendlichen eingebracht. Dazu gibt es vier interessante Geschichten auf den Webseiten von „shifting walls“: shiftingwalls.eu/january-events-1991-extraordinary-courage/


Milda symbolisiert für mich den Aufbruch in den baltischen Ländern. Da denke ich vor allem an die Fortschritte in der digitalen Bildung. Viele konzeptionelle Ideen im Projekt „shifting walls“ kommen von ihrem Team. Es ist Teil des gemeinsamen Arbeitens, des Sich-Öffnens im Austausch und in der Reflexion über eigene Erfahrungen und Pläne. Auch wir als Kulturring können dazu einiges beitragen. In der Konferenz konnte ich von unseren guten Erfahrungen in den Bereichen Geschichte (Kiezgeschichten), Literatur (Medienpoints) und Kunst (Lange Nacht der Bilder) erzählen und mich mit anderen Akteuren zu den Themen Partizipation, ­Rolle von Kulturorganisationen, Unterstützung von Menschen, die sich nicht mehr zugehörig fühlen, austauschen. Projektkoordinator Felix Hawran vom Kulturring hat das mit einer Präsentation über das Geschichtsprojekt „Friedrichshain.Mauer.Kreuzberg” in einer zweiten Konferenz im Mai weitergeführt. Die Konferenz war ebenfalls mit „The Art of Openness” verknüpft, aber auch Teil des Europäischen Netzwerkes „urbcultural“. Dabei handelt es sich um eine länderübergreifende Zusammenarbeit von 14 Projektpartnern und 36 verbundenen Organi­sationen in acht Ländern, die sich mittels sog. Urban Labs mit neuen Herausforderungen kreativ beschäftigen wollen. Die Online-Konferenz im Mai hatte einen starken Fokus auf die Auswertung bestehender Kulturpraxis. Das deckte sich zugleich gut mit unseren Inhalten im Qualitätsmanagement für kulturelle Bildung. Dabei wird unser Schwerpunkt deutlich, generationsübergreifend neue und offene Ansätze zu finden, um Menschen im europäischen Maßstab wieder verstärkt für gemeinsame Ideen und Projekte zu interessieren und sie durch kreative Arbeit daran zusammenzubringen. So allgemein diese Ziele klingen, so konkret verstecken sich dahinter ganz praktische Ansätze, die so unbekannt nicht sind: Kompetenzgewinn der Künstler und Kulturarbeiter, kritisches Denken, Ausbildung interkultureller Fähigkeiten und Reflexionsmethoden, interdisziplinäres Herangehen, und schließlich auch bei alldem die Kunst der Offenheit, der Neugier auf Neues, die eng mit Kreativität verknüpft ist.

Dieser Tage erst wurde dem Kulturring erneut bestätigt, dass er in seinem Qualitätsanspruch richtig liegt und dass sein Qualitätsmanagement nicht nur auf dem Papier steht, sondern sich in der Praxis bewährt hat. Gerade der Blick nach Europa bestärkt uns in diesem Ansatz und wird auch die Zukunft des Vereins weiter bereichern. Austauschprogramme, der Wunsch nach mehr Zusammenarbeit mit europäischen Akteuren im Kulturbereich, nach neuen gemeinsamen Projekten, das interessiert auch Künstler und Kulturakteure bei uns und öffnet unsere Strukturen. Das Interesse bei unseren Partnern ist groß, nutzen wir es aus und öffnen wir uns – das ist doch eigentlich keine große Kunst!

The Art of Openness ist ein auf mehrere Jahre konzipiertes Programm der litauischen Organisation Kūrybinės Jungtys mit dem Ziel der professionellen Entwicklung und positiven Veränderung von kulturellen Organisationen. Seine Hauptziele sind:
• die Stärkung der Kompetenzen kultureller Organisationen, um ihren Empfängerkreis, ihr Publikum besser zu verstehen, kulturelle Erfahrungen zu vertiefen und Gemeinschaften zusammenzubringen;
• die Erweiterung der Kompetenzen der professionell in der Kultur Tätigen – Kreativität, Zusammenarbeit, Offenheit gegenüber Veränderungen, kritisches Denken, Fähigkeiten zur Reflexion und zum Lernen, interkulturelle und interdisziplinäre Fähigkeiten;
• Unterstützung bei der Schaffung und Entwicklung kultureller Erfahrungen, die publikumsorientiert, zielführend und ansprechend sind.
The Art of Openness ist in seiner Methodik einzigartig und arbeitet mit mehreren Dutz­end Schulen und Kulturorganisationen zusammen. Die Kompetenzen der Mitarbeiter werden nicht theoretisch, sondern praktisch am Arbeitsplatz gestärkt, und zwar zusammen mit Kollegen im Prozess der Lösung spezieller Probleme und Herausforderungen. Der Lernprozess, die Kompetenzentwicklung und die Umsetzung der Veränderungen werden speziell für die teilnehmende Organisation auf der Grundlage ihrer Bedürfnisse und Aktivitäten gestaltet. An diesem Prozess nehmen Mitarbeiter, Manager und Kreativpartner gleichberechtigt teil.

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