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Kunst als Medizin

Das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH), im Natur- und Landschaftspark Herzberge gelegen, ist seit vielen Jahren ein außergewöhnlicher Ort der medizinischen Behandlung für kranke Menschen, aber auch, man höre und staune, für vielfältige künstlerische Aktivitäten. Hier gehört die produktive Begegnung von Hochleistungsmedizien, Naturlandschaft und moderner Kunst zur Krankenhausphilosophie, weil sie den unmittelbaren Heilungsprozess nachhaltig fördert. Wer durch den neu gestalteten Natur- und Landschaftspark Herzberge, insbesondere den Krankenhauspark, wandert, wird nicht nur von der schön gestalteten Gartenanlage berührt, sondern der trifft auch an vielen Punkten auf sichtbare Zeugnisse moderner Kunst. Hier sind neben seltenen Bäumen 25 künstlerisch herausragende Großskulpturen von namhaften Bildhauern, wie Pit Kroke, Werner Pokorny, Herbert Mehler, Detlef Friedrich Rohrbach, Trak Wendisch, Christian Maurer, gekonnt auf den Freiflächen angeordnet. Einige dieser Skulpturen sind im Ergebnis von Bildhauerworkshops entstanden, die das Krankenhaus durchgeführt hat.

In diesem Park erhalten Menschen mit und ohne Handicap einen inspirierenden Raum, um ihren Gefühlen und Sinnen Ausdruck zu geben, um ihren künstlerischen Fähigkeiten nachzukommen. Im KEH ist folglich die künstlerische Betätigung der Patienten und der Auszubildenden ein wesentlicher Teil der ganzheitlichen medizinischen Behandlung von Menschen mit psychischen und physischen Problemen. Gerade auch dann, wenn man nicht in der Lage oder auch willens ist, über seine Probleme zu sprechen, spielt die Kunst mit ihren unterschiedlichen Facetten eine wichtige Rolle im Heilungsprozess. Denn manchmal ist es einfacher, sich zunächst schweigend, aber doch in der Interaktion, in der kreativen Auseinandersetzung mit Themen, Aufgaben, Materialien und Räumlichkeiten alleine oder in der Gruppe zu äußern.In allen Häusern, in den Fluren und Krankenzimmern des KEH entdeckt man künstlerische Arbeiten, seien es Gemälde, Drucke, Fotografien, Plastiken oder Textilarbeiten. Und es gibt inspirierende Orte auf dem Gelände, wie die Alte und Neue Kapelle, das Museum Kesselhaus, die Cafeteria, den Patientenklub – und vor allem auch die ehemalige Pathologie, wo Kreative optimale Bedingungen vorfinden, um künstlerische Werke in thematischen Workshops oder auch alleine zu schaffen, und um diese dann Patienten, Mitarbeitern und Besuchern gekonnt zu präsentieren.

Angesichts dieser perfekten Rahmenbedingungen ergab es sich fast zwangsläufig, dass zwischen dem Kulturring und dem Krankenhaus mit seinen unterschiedlichen Einrichtungen Schritt für Schritt eine enge Zusammenarbeit entstanden ist. Die produktive Konstellation wurde vor allem durch die „Lange Nacht der Bilder“ enorm befördert. Seit 2008 beteiligt sich das Museum Kesselhaus mit eigenen Ausstellungen und verschiedenen künstlerischen Aktivitäten an diesem Event. In der Folge kamen dann immer neue Orte dazu. Die Cafeteria mit der Poststelle, die Alte Kapelle, der Festsaal, die Neue Kapelle, der Patientenklub, die ehemalige Pathologie, der gesamte „Kunst Park“. Im Jahr 2012 wurde mit großzügiger Unterstützung der KEH-Geschäftsleitung erstmalig die viel beachtete „T4-Ausstellung“, gestaltet von Künstlern der Pinel gGmbH, in der Pathologie durchgeführt. Die Ausstellung sollte ganz bewusst an die dunklen Kapitel der eigenen Geschichte, an Verbrechen der sogenannten NS-Euthanasie erinnern. Bundestagvizepräsident Wolfgang Thierse fand eindruckvolle Worte des Gedenkens. Zur „Langen Nacht der Bilder“ 2013 konnte Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Andreas Geisel neun Ausstellungen auf dem KEH-Gelände eröffnen. Ein besonderer Höhepunkt war die von Juliane Meyerhoff inszenierte Open-air-Aufführung von Shakespeares „Sommernachtstraum“ auf wandelnden Naturbühnen im Krankenhauspark.

Dieser attraktive Landschaftspark mit seiner vielseitigen Botanik und das vom Architekten Herrmann Blankenstein errichtete Gebäudeensemble, u.a. mit dem Kesselhausmuseum, waren wiederholt Orte für vom Kulturring durchgeführte Kunstspaziergänge im Rahmen der „Stadttour Lichtenberg“, an denen sich im Durchschnitt 45 Besucher beteiligten.

In der Zwischenzeit sind aus der Neuen Kapelle und der gerade rekonstruierten Cafeteria mit Unterstützung des Kulturrings neue, überaus attraktive Kunstgalerien geworden. In gemeinsamer Verantwortung mit der Thrun Catering GmbH sind 2013 zehn Kunstausstellungen mit 12 Künstlern durchgeführt worden, die insgesamt 165.000 Besucher anlockten. Auf diesem Erfolg aufbauend, sind für 2014 bereits 14 neue Ausstellungen in Vorbereitung, zwei davon finden gerade statt.

Aber es gibt auch noch viele neue Ideen. Unter der Leitung von Johanna Gernentz (KEH) und Dr. Werner Baumgart (Kulturring) sollen in Kooperation mit Künstlern des Atelierhauses HB55 in der Herzbergstraße, des KEH und des Künstlerhauses Lüdda der Bethel Stiftung verschiedene thematische Workshops mit Auszubildenden und Patienten der Abteilungen für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des KEH durchgeführt werden. Allen Kursteilnehmern werden theoretische Kenntnisse und praktische Fähigkeiten sowie Fertigkeiten bei der künstlerischen Betätigung in der Malerei und Fotografie, insbesondere bei der Schaffung von Garten- und Freiflächenskulpturen und in der Gartenlandschaftsgestaltung vermittelt. Im Ergebnis sollen eigenständige künstlerische Arbeiten, wie Modelle von Freiflächenplastiken oder Objekte / Installationen für das KEH-Gelände entworfen und hergestellt werden. Diese sollen dann im Natur- und Landschaftspark Herzberge bzw. in speziellen Räumlichkeiten im KEH (z.B. in der ehemaligen Pathologie) der Öffentlichkeit präsentiert werden. Den Auszubildenden sollen die Workshops zeigen, dass die Beschäftigung mit Kunst und Kultur zu einem ganzheitlichen Therapieansatz gehört, um Menschen mit psychischen Erkrankungen wirksam unterstützen zu können. Wenn alles so klappt, wie die Macher es sich vorstellen, kann das Projekt als ein gelungenes Beispiel des konstruktiven Miteinanders von zwei grundverschiedenen Institutionen, einem Krankenhaus und einem Kulturverein, gelten. Auf diese Weise wird auch das kulturelle Leben im Bezirk Lichtenberg nachhaltig gefördert. Alle Beteiligten sind davon fest überzeugt!

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