Eintopfsonntag und Vertreibung | Karlshorst zwischen 1933 und 1945

Gisela Tews (1927–2019) empfand den Umzug in eine solche Zweizimmerwohnung mit Garten, Adresse Flugplatz 6, als „Einzug in das Paradies“, trotz Gemeinschaftsbad für acht Familien. Verständlich, nach der Beschreibung der bisherigen elterlichen Behausung im Prenzlauer Berg: „Eintritt vom Hausflur in eine Stube, in der zwei Betten, Tisch, Stühle und ein Schrank Platz hatten. Durchgang nur zu einer kleinen, dreieckigen Küche mit Kohleherd. Toilette eine halbe Treppe tiefer, Ausblick auf einen düsteren Hinterhof, versperrt von einer Ziegelwand. Kein Spielplatz auf dem Wörther-Platz, der heute Kollwitzplatz heißt.“ Bis 1936 besuchte sie die Volksschule Gundelfinger Straße, dann verließen die Eltern Karlshorst. Die erzwungene Räumung Mitte der Dreißigerjahre nennt sie Vertreibung, denn Ersatzwohnungen stellte der NS-Staat nicht zur Verfügung.

Als Familie Horn, so der Geburtsname von Erika Tews, nach Karlshorst zog, zeigte sich die Weltwirtschaftskrise am Horizont und Karlshorst politisch dreigeteilt. Zur Reichstagswahl am 17. November 1929 erhielten die beiden rechtsstehenden Parteien 3.966 Wählerstimmen. Davon entfielen auf die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) 2.950 und auf die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) 1.016 Stimmen. Noch waren starke Vorbehalte gegenüber der NSDAP erkennbar. Die Parteien der sogenannten „bürgerlichen Mitte“, in Karlshorst vertreten durch die katholische „Zentrumspartei“, die „Volkspartei“, „Staatspartei“, „Wirtschaftspartei“ und die Partei „Christlicher Volksdienst“, erhielten 3.413 Stimmen. Von der organisierten Arbeiterschaft stimmten für die SPD 2.447 und für die KPD 1.356, also insgesamt 3.803 Wähler. Im Gegensatz zu dem gern verwendeten Zitat aus dem „Karlshorster Anzeiger“ vom 19. November 1929 über die „rechte Hochburg Karlshorst“, wählte Karlshorst nur zu einem Drittel ganz rechts.

Drei Jahre später hat sich das Bild gewandelt. 1932 befindet sich die Weltwirtschaftskrise auf ihrem Höhepunkt. Millionen Arbeitslose und existenzlose kleine Mittelständler, eine stetige Verringerung der Sozialleistungen durch Notverordnungen und eine drastische Einschränkung des sozialen Wohnungsbaus prägen Deutschland. In dieser Situation finden 1932 Reichstagswahlen statt. Da eine Regierung nach der Abstimmung im Juli nicht gebildet werden kann, wird eine zweite Reichstagswahl am 6. November 1932 durchgeführt. In dieser Wahl entfielen in Karlshorst auf die „bürgerliche Mitte“ nur noch 1.510 Stimmen, trotz eines Zuwachses von 400 Stimmen für die Zentrumspartei. Für die Kandidaten der SPD stimmten 2.980 Personen und für die der KPD 2.510 Personen, zusammen 5.490 Wähler. Deutlich mehr als 1929. Zuwachs erhielten beide Parteien auch in Gesamtdeutschland. Leider fanden sie selbst nicht zueinander. Die DNVP konnte zur November-Reichstagswahl 1932 in Karlshorst ihr Wählerpotential halten. Die NSDAP erreichte noch immer 5.218 Wähler, nur 200 Stimmen weniger als im Juli 1932. Das ist bemerkenswert, weil im Gesamt­rahmen des Deutschen Reichs die NSDAP zur Novemberwahl 1932 erstmals seit 1928 Verluste hinnehmen musste. Sie verlor bei einer Wahlbeteiligung von 84,1 Prozent, der höchsten gegenüber allen vorangegangenen Wahlen, zwei Millionen Stimmen (4,5 Prozent) oder 34 Reichstagsmandate. Dennoch wurde die NSDAP 1932 mit einem Stimmenanteil von 37 Prozent die weitaus stärkte Fraktion im Deutschen Reichstag. Hermann Göring wurde Reichstagspräsident. Hitler zog seine vor der Wahl gegebene Zusage zurück, ein bürgerliches Kabinett zu unterstützen. 1933 begann im Herbst 1932.

Die Zahlen mögen langweilen. Sie zeigen jedoch deutlich, dass es der NSDAP-Gruppe Karlshorst mit ihrem extensiven Wahlkampf auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise gelungen war, einen erheblichen Teil der Bevölkerung als Unterstützer zu gewinnen.

Mit Übertragung der Kanzlerschaft durch Hindenburg an Hitler am 30. Januar 1933 setzte die staatlich organisierte Gewalt gegen Juden und politische andersdenkende Bürger in Deutschland ein. Am gleichen Tag wurde Hermann Göring Reichskommissar für das preußische Innenministerium. Am 17. Februar 1933 gab er den Runderlass heraus, der die Polizei verpflichtete „jede Betätigung für nationale Zwecke und die nationale Propaganda mit allen Kräften zu unterstützen“. Sie sollte „auch gegen kommunistische Terrorakte und Überfälle mit aller Strenge vorgehen und, wenn nötig, rücksichtslos von der Waffe Gebrauch machen. Polizeibeamte, die in Ausübung dieser Pflichten von der Schusswaffe Gebrauch machen, werden ohne Rücksicht auf die Folgen des Schusswaffengebrauchs von mir gedeckt; wer hingegen in falscher Rücksichtnahme versagt, hat dienststrafrechtliche Folgen zu gewärtigen.“ Der Erlass ging als Schießbefehl in die Literatur ein. Wenige Tage später wurden Angehörige von SA, SS und Stahlhelm zu „Hilfspolizisten“ ernannt und der Polizei gleichgestellt. Zehntausende Sozialdemokraten, Kommunisten, Mitglieder anderer politischer Parteien, Pazifisten und andere, die den Nationalsozialismus ablehnten, wurden verhaftet, grausam verhört, viele ermordet. Wer konnte, flüchtete aus Deutschland, ein großer Teil der Bevölkerung war verängstigt, hielt still oder passte sich an. Persönliche Aufzeichnungen, Dokumente, Literatur, Gedenkorte, Erinnerungsstätten halten dies für jeden der heute Lebenden, wenn er es will, nachprüfbar fest.

Für Karlshorst sind die Folgen dieses Terrors, wie auch der Widerstand gegen das faschistische Regime vielfach, wenn auch nicht abschließend, dargestellt. An dieser Stelle nur einige Namen zu wiederholen, wäre Unrecht gegenüber den Nichtgenannten. Vernachlässigt wurden bisher in der Darstellung der Karlshorster Geschichte von 1933 bis 1945 der Wohnungsbau und die Gleichschaltung des sozialen Lebens. Zwei Prozesse, die einerseits Anpassung erzwangen und andererseits Zustimmung erzeugten. Die Gleichschaltung von Staatsaufbau, Gesellschaft und Familie begann im März 1933 mit großer Geschwindigkeit. Das „Vorläufige Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich“ vom 31. März 1933 löste die bisherigen Selbstverwaltungen in den Ländern auf und legte ihre Neubildung nach der Zahl der gültigen Stimmen bei der Wahl vom 5. März 1933 fest. Die für die Kommunistische Partei oder deren Organisationen abgegebenen gültigen Stimmen blieben unberücksichtigt. In Lichtenberg betraf dies 10 Mandate der KPD. Mit diesem Trick entstand in dem neu zu bildenden Bezirksparlament Lichtenberg die Mehrheit der NSDAP mit 15 Sitzen. Die Kampffront Schwarz-Weiß-Rot, ein zweckorientiertes Wahlbündnis zwischen Deutschnationaler Volkspartei und Stahlhelm, erhielt drei Sitze, die katholische Zentrumspartei zwei Sitze. Die SPD hatte 10 Mandate errungen. Von der 2. Sitzung der Bezirksversammlung am 5. Juli 1933 wurden die zehn Abgeordneten der SPD ausgeschlossen. Lichtenberg war gleichgeschaltet.

Direkt auf den Einzelnen wirkte das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933. Es verfolgte das Ziel, Menschen gleichzuschalten. Beamte sollten gleich denken und gleich handeln. Als ungeeignet dafür galten per Gesetz alle Beamten, die der Kommunistischen Partei oder deren Organisationen angehörten und Beamte nichtarischer Abstammung. Rektor Johannes Fest, Hentigstraße 13, Dr. Willibald Heyn, Treskowallee 95, Dr. Isaak Goldstein, Riastraße 13, Dr. Mode, Treskowallee 95, sind bekannte Opfer des Berufsbeamtengesetzes. Wie sich das Gesetz in seiner Gesamtheit in Karlshorst auswirkte, ist kaum zu erfassen. Zu groß ist die Anzahl von Staats- und Kommunalbeamten, die im Ort wohnten, zu zahlreich die Verwaltungen und Einrichtungen, in denen sie tätig waren. Zu verdeckt waren diese Repressalien im Einzelnen, wie das Beispiel von Dr. Arthur Richter zeigt, Direktor des Karlshorster Lyzeums. Er verweigerte zunächst zwei Jahre den Eintritt in die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt und blieb im Dienst. Änderte er seine Haltung, als ihm mit § 4 des Berufsbeamtengesetzes die Entlassung angedroht wurde, weil er „nicht die Gewähr dafür biete, jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat einzutreten“? Nicht immer sind solche Entscheidungsprozesse wirklich bis zum Ende aufzuklären. So auch bei Dr. Richter. Seine letzte Entscheidung ist unbekannt. 1940 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Ob er den Krieg überlebte, wissen wir nicht.

Im Zuge der Gleichschaltung sollte die Vielfalt der Vereine dem nationalsozialistischen Gedankengut angepasst und sie einer zentralen Steuerung unterworfen werden. Sofern sie nicht sofort verboten wurden, wie zum Beispiel die Arbeitersportvereine Fichte, mussten sie sich neu registrieren lassen. Nicht rechtsfähige Vereine, die häufiger als Kleingartengruppen existierten, wurden zwangsweise zu Vereinen zusammengeschlossen. So entstand zum Beispiel 1939 die Klein­gartenvereinsgruppe Karlshorst-Ost e. V.

Die Gleichschaltung einflussreicher Vereine, wie des traditionsreichen und mitgliederstarken „Karlshorster Turnverein 1900 e. V.“, begleitete der Ortsgruppenführer der NSDAP Hans Koch sicherheitshalber persönlich. Registriert wurde ein Verein nur, wenn die Staatspolizei (später als Gestapo bekannt) alle Unterlagen bestätigte und auf die Einleitung von Ermittlungen verzichtete. Nichtarische Personen durften kein Mitglied sein, der Vereinsführer hatte die alleinige Entscheidungsbefugnis, Diskussion und Abstimmung waren tabu. Er oder sein Stellvertreter mussten Mitglied der NSDAP sein, was die unmittelbare zentrale Steuerung der Vereine sicherte.

Der „Eintopfsonntag“ schaltete die Familien gleich. Manchmal wurde er unter Beteiligung von hochrangigen Funktionsträgern der NSDAP öffentlich zelebriert – die „Volksgemeinschaft“ aß bescheiden und spendete für die Armen. Bevölkerung und Restaurants waren regierungsamtlich verpflichtet, jeweils am ersten Sonntag der Monate Oktober bis März nur einfache Eintopfgerichte zu verzehren oder anzubieten. Am 1. Oktober 1933 gab es den ersten Eintopfsonntag. Der Preis für ein Essen sollte 50 Reichspfennige nicht überschreiten und die Differenz zum höheren Preis einer gewohnten Sonntagsmahlzeit für das Winterhilfswerk gespendet werden. Die Spenden sammelten Mitarbeiter der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt in den Haushalten ein. Nur wenige werden es verweigert haben, lassen die eingesammelten Millionenbeträge vermuten.

Um den Gedanken der „Volksgemeinschaft“ zu festigen und den Wohnungsbedarf zu mindern, wurde der geförderte Wohnungsbau nach dem Ende der Wirtschaftskrise wieder aufgenommen. In Karlshorst lebten 1933 von den 23.585 Einwohnern ca. 2.419 Menschen dauerhaft auf ca. 810 Laubengrundstücken. Das spiegelt das Elend der Weltwirtschaftskrise wider. 1927 war die Zahl der Dauerbewohner in Lauben in Berlin, wie auch in Lichtenberg, um ein Mehrfaches niedriger. Der Anschub des Wohnungsbaus erfolgte auf dem niedrigen Niveau der Krisenzeiten. Wohnungsstandards waren 1930/1932 drastisch reduziert worden. Darlehen gab es nur noch für Kleinwohnungen von 33 qm bis 60 qm, eingeschlossen Flur, Abort und Duschraum. Ofenheizung war vorgeschrieben, zentrale Warmwasserversorgung verboten. Ein Bad, Anfang der Zwanzigerjahre als Pflichtausstattung in geförderten Wohnungen erst neu festgelegt, wurde ebenfalls verboten.

In Karlshorst entstanden in Jahren 1933 bis 1939 mehr als 1.000 Wohnungen. Knapp die Hälfte davon sind geförderte Wohnungen. Größere Randbebauungen entstehen an der heutigen Treskowallee 1-23 und setzen sich ab der Waldowallee bis Rolandseck 1 fort. Der Gemeinnützige (Beamten) Wohnungsbau-Verein Karlshorst vergrößert seinen Bestand in der Dorothea-, Karl-Egon- und Marksburgstraße um 133 Wohnungen. Im Areal Lehndorffstraße, im Hohen Wallgraben und der Sadowastraße werden in Einzelhäusern 134 Wohnungen errichtet. Die Gemeinnützige Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft mbH (GSW) schafft 103 Wohnungen im 2. Bauabschnitt der Waldsiedlung. Sie werden als „Arbeiterwohnstätten“ deklariert. Erwerber konnten so zinsgünstige Kredite mit langer Laufzeit erhalten. Viele Einzelhäuser und kleinere Mehrfamilienhäuser verdichten das Gebiet östlich der Köpenicker Allee. Die Einwohnerzahl wächst auf 26.456 Personen. Eine interessante Zahl, weil es die letzte offizielle Einwohnermeldung von Karlshorst vor dem Krieg ist.

1939 wird der Wohnungsneubau verboten. Am 1. September 1939 beginnt der Zweite Weltkrieg. In seinem Verlauf verminderte sich die tatsächlich anwesende, mit Lebensmitteln zu versorgende Bevölkerung Berlins von 3,1 Millionen Menschen auf ca. 2,5 Millionen Menschen bis Mai 1945.

Der Exodus setzte am Beginn des Krieges allmählich ein und verstärkte sich ab August 1943 erheblich. Täglich wurden die Einwohner zum Verlassen Berlins aufgefordert. Nicht zu vergessen ist die Vertreibung, Deportation und Ermordung der jüdischen Bürger. Lichtenbergs Einwohnerzahlen gingen von 196.000 auf ca.142.000 Personen Anfang Mai 1945 zurück. Sie stiegen durch die Rückkehr der Evakuierten, durch Kriegsheimkehrer und zuwandernde Flüchtlinge in Lichtenberg bis Dezember 1945 auf 150.027 Personen. Zahlen für Karlshorst liegen nicht vor, aber es gibt Berichte über die Auslagerung von Schulen mit ihren Schülern, den Wegzug von Müttern mit ihren Kindern und deren Großeltern. Andererseits entstanden im Wald zwischen Waldowallee und Köpenicker Allee 120 „Behelfsheime“, Holzlauben mit Kochherd und Petroleumlampe, für ausgebombte Berliner. Hier wohnten im Mai 1945 ca. 400 bis 600 Menschen.

Einen drastischen Einwohnerverlust erlebte Karlshorst Anfang Mai 1945. Ein Erbe des Krieges. Die sowjetische Besatzungsmacht errichtet ein Sperrgebiet in Karlshorst. Hartnäckig hält sich bis in die jüngste Literatur zu Karlshorst dazu die Aussage von Michael Halbrock aus dem Jahre 2006, dass 26.000 Karlshorster, mehr als 2/3 der Einwohner, ihre Heimat verlassen mussten. Halbrock bezieht sich auf einen Bericht an die Sowjetische Kommandantur vom 7. Mai 1945, der für Karlshorst als Einwohner ausweist: „36.000 Personen“ mit der handschriftlichen Ergänzung „davon 26.000“ evakuiert. Das waren indes Zahlen, die einer Überprüfung nicht standhielten. In dem Material des Bezirksamtes „Rückblick auf das Zeitgeschehen“ vom Oktober 1945 heißt es unter Bezugnahme auf die Schwierigkeiten für die Wohnraumbeschaffung: „Erschwerend hatte sich vorher ausgewirkt, dass schon seinerzeit aus Karlshorst von seinen ursprünglich 26.000 Einwohnern 16.000 umquartiert werden mussten, weil die Besatzungsbehörden den so frei werdenden Wohnraum für militärische Zwecke brauchten“. Nur langsam erhöhte sich die Einwohnerzahl des Ortes. Die Einwohnerzählung am 12. August 1945 erfasste für Karlshorst 12.559 Personen, am 1. Dezember 1945 waren es 176 Personen mehr. Ein Lichtblick am Ende des Jahres 1945. Dennoch dauerte es weitere siebzig Jahre, bis der Einwohnerstand von 1939 wieder erreicht war.

Kasernen zu Wohnungen, Fotos: Tews, Sammlung Laschke

Große Ereignisse der Geschichte, ihr Heranreifen und ihre Ergebnisse in der Regionalhistorie so darzulegen, dass Gefühl und Verstand des Lesers berührt werden, ist eine schwierige Sache. Es muss dennoch immer versucht werden. Nicht nur in diesem Jahr, in welchem der 75. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Faschismus und der 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und der beiden anderen Konzentrationslager Auschwitz durch die Rote Armee begangen werden. Ein nicht fassbares Grauen fand sein Ende.

Karlshorst ist mit beiden Ereignissen eng verbunden. Mit Auschwitz, denn auch in Karlshorst lebten Sinti und Roma, deren Vertreibung Karlshorster forderten und die in Vernichtungslagern ermordet wurden. Mit dem 8. Mai 1945, denn durch den Akt der Kapitulation aller Teile der deutschen Wehrmacht vor den Vertretern der Alliierten Streitkräfte in Karlshorst wurde sein Name weltbekannt. Deren Ort war das ehemalige Offizierskasino der Festungspionierschule. Dieses größte Neubauvorhaben der Wehrmacht im Berliner Raum war gerade sieben Jahre zuvor in Betrieb gegangen und verstand sich als „Kern der Pioniertruppe“. Um diese Schule bauen zu können, wurden unter anderem 106 Wohnungen abgerissen. In ihnen lebten Familien mit 393 Bewohnern. Das Besondere an diesen Wohnungen ist nicht nur die Adresse: „Flugplatz“. Es waren Kasernen des früheren Flugfeldes, die in der Weimarer Republik für Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst umgebaut worden waren.

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