Kulturnews

Auch Bücher führen Menschen zusammen

Am 3. Juni 2016 lud die Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg Angelika Schöttler ausgewählte Bürgerinnen und Bürger des Stadtbezirks in den Goldenen Saal des Rathauses Schöneberg. Anlass war die Verleihung der Medaille für besondere Verdienste und herausragendes ehrenamtliches Engagement des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg. Auf Vorschlag der BVV-Vorsitzenden Petra Dittmeyer war Henning Hamann, „Frontmann“ des Medienpoints Tempelhof, einer der Auserwählten.

Henning Hamann stieß 2008 zum Kulturring und erkannte sofort, dass im Projekt Medienpoint viel Potenzial steckt. Die ehrenamtliche Seele des MedienPoints machte sich bald auf die Suche nach einem größeren „Laden“, der finanzierbar und geeignet für diverse Ideen ist, denn Hamann fand und findet es wichtig, dass es solche Institutionen gibt, die Menschen und Interessen zusammenführen. Voller Stolz zeigt er heute auf die vollen Regale: Romane, Sach- und Fachbücher, die beliebten Krimis, Gedichte und Erzählungen und anderes mehr. Sein Motto, „sozial muss nicht wie sozial aussehen“, hat er in den Jahren rigoros umgesetzt. Passgenaue und einheitliche Regale mit ordentlicher Beschriftung und Anordnung sowie Platzierung der Bücher machen Spaß beim Suchen. „Auch Bücher führen Menschen zusammen, und unser vordringliches Projektziel ist und bleibt die Förderung der Lesekultur,“ so Hamann voller Überzeugung.

Henning Hamann ist ein waschechter Tempelhofer und blieb dem Bezirk immer treu, selbst wenn er außerhalb Berlins sein berufliches „Unwesen“ trieb. Die Wohnung in Tempelhof hat er stets behalten. Seine Liebe zur Musik hat Hamann vor über 45 Jahren in den Jugendclub „Bungalow“ am Mariendorfer Damm getrieben, wo er als Discjockey mit Künstlernamen „Smoky I.“ Platten auflegte und seine Sprüche unters Tanzvolk brachte. Dort lernte er auch Ed Koch kennen und schätzen, und es entstand eine Freundschaft, von der der MedienPoint Tempelhof 40 Jahre später profitieren sollte. Von Mariendorf ging es für Hamann direkt zum Ku-Damm ins „Big Eden“, wo er die Teenies zum Tanzen brachte. Seine Ideen und sein musikalisches Fachwissen führten Hamann schließlich zum Radio. Er baute den Sender „Hundert,6“ in den 1980ern mit auf und gab ihm als Musikchef ein besonderes Profil, welches mithalf, den Sender innerhalb von drei Jahren zum Marktführer zu machen. Auch neue Sendungen konzipierte er, wie z.B. das erste zweistündige-Kochstudio im Radio. Ebenfalls damals neu im Radio: die erste CD-Hitparade nach Verkaufszahlen mit ausführlichen Neuerscheinungen der brandneuen Medienart.So war es wenig verwunderlich, dass der damalige RIAS-Programmdirektor Siegfried Buschschlüter von Hamanns Arbeit angetan war und ihn als Musikchef und Moderator mit seinen Sendungen zum RIAS holte, wo er das neue Musiklayout für RIAS 1 mit Erfolg entwickelte und mit dem VolldampfRadio jeden Samstag von 9-12 eine neue, erfolgreiche Samstag-Vormittags-Show hinlegte. Nach dem Ende von RIAS Berlin im Zuge des Vertrags zur Wiedervereinigung war Aufbauarbeit Ost angesagt. Hamann zog es nach Rostock. Dort baute er mit der OSTSEEWELLE als Moderator und Musikchef zum zweiten Mal einen neuen Sender mit auf. Viele Berliner staunten nicht schlecht, wenn sie - am Ostseestrand liegend - auf einmal die markante Berliner Stimme hörten. Nach einem schweren Unfall mit bis heute andauernden Folgen begann dann ein anderes Leben für den Power-Musik-Mann. Beim Kulturring in Berlin fand Henning ein neues Arbeits- und Wirkungsfeld im dortigen Medienpoint.

Schnell wurde klar: Das einfache Sammeln und die kostenlose Weitergebe von Buch- und Medienspenden reichen dem Medien-Profi Hamann nicht. Etwas ganz Besonderes sollte es sein, mit dem er seinen sozialen Anspruch über die Bezirksgrenzen hinaustragen wollte. So „erdachte“ er sich über die Jahre hinweg ständig wechselnde Ausstellungen und Hommagen zu Autoren und Künstlern. Sicher ist im Ladengeschäft nicht viel Platz, aber das hindert nicht daran, eine individuelle Gestaltung der Schaufenster und Räume hinzubekommen. Stolz ist Hamann auf sein ganzes, aber ständig wechselndes Team, mit dem er gemeinsam mit viel Einsatz und Freude Ideen umsetzt. Dabei sind Hamanns Ideen simpel, man muss nur darauf kommen: „Die Zeitgeschichte liefert so viele interessante Daten & Ereignisse frei Haus, so dass eine Hommage und kleine Ausstellungen unsere Bücherei verschönern. Unsere Kunden können sich über die vielen Themen auch immer wieder die eigenen Erinnerungen auffrischen“. Auch mit seiner Idee einer jährlichen „Oster- und Nikolaus-Kinder-Party“ traf Hamann ins Schwarze. Hier trägt die gute Vernetzung rund um den MedienPoint Früchte, die Hamann immer im Auge hat, und ohne die es nicht funktionieren würde. Abgerundet wird Hamanns Ideen-Paket mit der hauseigenen Zeitung „Werdi Newsletter“. Mittlerweile wird diese schon über 1.200 mal per Mail verschickt, und 500 Exemplare liegen druckfrisch nicht nur im MedienPoint aus. Informationen über die jeweiligen Ausstellungen werden ergänzt mit gut recherchierten Beiträgen zu Themen der Musik- und Zeitgeschichte.

Für den Kulturring brachte das eine rasante Entwicklung der Besucherzahlen im MedienPoint Tempelhof mit sich. Von 1.170 im Jahr 2008 wuchsen sie auf inzwischen 23.709 im Jahr 2015. Die Medien-Ausgänge stiegen von 6.267 auf 59.847! Noch so manches ließe sich hinzufügen, nicht zuletzt wie es Henning Hamann mit seinem ehrenamtlichen Engagement, seinen Ideen und Projekten immer wieder gelingt, eine ganze Schar an Mitstreitern zu Höchstleistungen zu motivieren. Wenn vor dem Medienpoint in der Tempelhofer Werderstraße Hunderte Kinder aus der Umgegend den normalen Fahrzeugverkehr unmöglich machen, wenn Prominente der kleinen Einrichtung die Ehre erweisen, wenn die ganz normalen Tempelhoferinnen und Tempelhofer auf einen Schwatz und ein Buch vorbeikommen, dann ist das die Stunde des Henning Hamann. Der Bezirk ehrte ihn für diese Verdienste in einer würdigen Feier mit einer schwungvollen und eindrucksvollen Rede der BVV-Vorsteherin Petra Dittmeyer als Laudatorin. Der Vorstand und alle Mitstreiter des Kulturring in Berlin e.V. gratulieren, sagen Danke und wünschen weiterhin Kraft, Gesundheit und viele Ideen.

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