Kulturnews

Ingo Knechtel:

Angriffslustig

ging das oberste deutsche Finanzgericht, der Bundesfinanzhof (BFH), in seinem jüngst verkündeten Urteil vor, mit dem er einem Verein die Gemeinnützigkeit aberkannte. Angriffslustig fand das Gericht möglicherweise, in einer mehr als fraglichen Charakterisierung, die Aktionen, die der Trägerverein des globalisierungskritischen Netzwerkes Attac in den letzten Jahren an den Tag legte. Doch rechtfertigt etwa eine Attacke eine andere? In der Tat geht es um sehr ernste Dinge. Soll hier als Präzedenzfall und Warnung jemand auf elegante Weise mundtot gemacht werden? Mit sehr einfallsreichen Aktionen bietet ein gemeinnütziger Verein der Öffentlichkeit...

Weiterlesen
Ingrid Landmesser:

Nachhaltig

Foto: Ingrid Landmesser

Brasilien ist bekannt wegen des ausgelassen gefeierten Karnevals in Rio de Janeiro, des Fußballs, der tropischen Regenwälder und der damit verbundenen Naturschutzinitiativen zur Rettung des von der Abholzung bedrohten Naturraumes. Copacabana ist der bekannteste Stadtteil von Rio de Janeiro. In der indigenen Sprache bedeutet er „Sicht auf den See“. Kein anderer Strand der Welt ruft so viel Sehnsucht hervor. Das Luxushotel Palace ist beliebt bei den Reichen und Schönen.
Für „Peter Bauza – Copacabana Palace“, eine Ausstellung in der Fotogalerie Friedrichshain, gab es für das St. Elisabeth-Stift wieder eine Einladung vom Kulturring in Berlin e....

Weiterlesen
Felix Hawran:

Jugend Fotografiert 2019

Meine Freundin Mandy und Paris, 2018; Foto: Janusch Fiedelak

Im Rahmen eines Open Call lud die Fotogalerie Friedrichshain in Zusammenarbeit mit dem Projektraum feldfünf alle interessierten Schulen, Projekte und jungen Personen in Berlin ein, bei Gratis-Fotoworkshops und der Ausstellung Jugend Fotografiert 2019 mitzumachen. Die Ausstellung findet bereits das vierte Jahr in Folge in der Fotogalerie Friedrichshain statt.

Jugend Fotografiert ist eine Workshop- und Ausstellungsreihe, bei der Kinder und Jugendliche die Gelegenheit haben, in einer professionellen Galerie ihre Fotografien präsentieren zu können und unter Anleitung von erfahrenen Fotograf*innen und Galerist*innen bei der Entstehung einer...

Weiterlesen
Rotraut Simons:

Impressionistinnen

Berthe Morisot: Junge Frau auf dem Sofa; 1885

Wird nach Malern des Impressionismus gefragt, fallen Namen wie Manet, Monet, Renoir, Degas. Dass zu dieser Gruppe auch mehrere Frauen gehörten, ist weit weniger bekannt. Den Zeitgenossen dieser Malerinnen war das durchaus bewusst, aber spätere Kunsthistoriker neigten dazu, sie zu „vergessen“.

Künstlerinnen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts standen vor größeren Schwierigkeiten als ihre männlichen Kollegen. Kunsthochschulen und auch die meisten privaten Malkurse nahmen keine Studentinnen an. Hinzu kamen die Beschränkungen, die ihnen die Konventionen der Zeit auferlegten: eine junge Frau aus gutem Hause sollte sich nie allein in der...

Weiterlesen
Inge Gräber, Heinz-Hermann Jurczek, Gerhard Zaucker:

Neues aus Lichtenberg: Kunstraum – GISELA und die 12. Lange Nacht der Bilder

Es gibt Neues zu berichten aus dem Kunstraum GISELA: die Räume sind frisch renoviert, und am 14. März wurde die neue Kulturring-Einrichtung in Anwesenheit des Bezirksbürgermeisters von Lichtenberg Michael Grunst und Dr. Catrin Gocksch, Leiterin des Fachbereichs Kunst und Kultur des Lichtenberger Bezirksamts, eröffnet. Arbeiten des Künstler*innen-Teams Inge Gräber, Heinz-Hermann Jurczek und Gerhard Zaucker sind unter dem Titel BON BON CITY noch bis Ende April zu sehen. Geöffnet ist die Einrichtung von Dienstag bis Freitag von 12-16 Uhr und zu den Veranstaltungen.

Interessierte Anwohner*innen sollen in die Aktivitäten des Kunsttraumes GISELA...

Weiterlesen
Christoff Bleidt:

Das Theaterhaus Berlin-Mitte

Theaterhaus Mitte bei Nacht; Foto: Ronald Spratte

ist seit über 26 Jahren zentraler Produktionsstandort und Kommunikationsplattform für freie darstellende Künstler in Berlin. Mit preisgünstigen Proberäumen in einer angenehmen Arbeitsatmosphäre an einem zentralen, gut erreichbaren Standort, ist das Theaterhaus zum wohl bedeutendsten Arbeitsort für alle Genres der darstellenden Künste in Berlin geworden. Pro Jahr werden dort rund 350 Neuproduktionen und Wiederaufnahmen aller Genres erarbeitet, von denen rund 80 Prozent an Berliner Spielstätten in die Premiere gehen, zum Teil auch in der „WERKSTATTBÜHNE 003“ des Hauses selbst präsentiert werden. Zehn Prozent werden für Spielorte auf der ganzen...

Weiterlesen
Hanno Schult:

Gedanken zur Kommunikationskultur im Zeitalter der Digitalen Revolution

Die Nutzung elektronischer Wellen war eine Revolution in der weltweiten Kommunikationskultur; Fotoquelle: Museum fur Kommunikation Frankfurt/Main

Unser Staatsoberhaupt Frank Walter Steinmeier wies in seiner Weihnachtsansprache 2018 zurecht darauf hin, dass wir wieder lernen sollten, einander zuzuhören und miteinander zu sprechen. Damit fasste er etwas verspätet in Worte, was  nicht nur der Generation „Twitter, ‚Whatsapp’ & Co“-Ante schon seit geraumer Zeit erhebliches Unbehagen bereitet, nämlich der beschleunigt gefühlte Niedergang unserer gegenwärtigen Kommunikationskultur. Als er in seiner Ansprache aktives Zuhören und eine neue Diskussionskultur anmahnte, bezog er sich dabei auch indirekt auf das erste Gebot richtiger Nachrichtenübermittlung: Du sollst stets empfängergerechte...

Weiterlesen
Wolfram Haack:

Concerto im Skulpturenpark

Vom Weißen See bis zur Havel, von Telemann bis Pärt – das erste Musikfestival der Künstler Bei Wu in Wesenberg 2018 machte den Skulpturenpark zum Konzertpark und war eine liebevolle Hommage in Tönen, Rhythmen und vielen Tonarten an die magische Natur der Mecklenburgischen Seenplatte. Das Barockorchester Concerto Brandenburg freut sich mitzuteilen, dass es auch 2019 das „Orchestra in Residence“ für den „Künstler Bei Wu Skulpturenpark Wesenberg" ist. Der Skulpturenpark befindet sich im Kreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Gelegen am malerischen Weißen See mitten in einem waldreichen Areal, wird der Park von der Peter...

Weiterlesen
Dieter Rein:

Von der Amerika-Gedenk-Bibliothek zum Künstlerhaus Bethanien | Impressionen eines Bildungstages

Das Künstlerhaus Bethanien in Berlin-Kreuzberg; Foto: Dieter Rein

Begonnen hatte der erste Seminartag 2019 für Bundesfreiwillige im Januar in der Amerika-Gedenk-Bibliothek (AGB), einer der größten öffentlichen Bibliotheken Berlins. Sie ist ein Geschenk der Vereinigten Staaten von Amerika, gestiftet aus Mitteln des Marschall-Plans zum Wiederaufbau nach der Zerstörung des Zweiten Weltkrieges. Die Bibliothek wurde sowohl von amerikanischen als auch deutschen Architekten, wie Fritz Bornemann und Willy Kreuer, konzipiert. Die Gründung der ursprünglichen Regionalbibliothek war bereits 1948, eröffnet wurde die AGB aber erst 1954. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden die Berliner Stadtbibliothek (ehemals...

Weiterlesen
Petra Hornung:

Annette Bremer-Langen: Bilder mit erregtem Herzschlag

Abb.: Annette Bremer-Langen

Die Künstlerin Annette Bremer-Langen überschreibt eine ihrer Serien: „Natur Mächte". Sie arbeitet gern in Mischtechnik auf Papier. Andere Werkgruppen heißen „Stadt / Landschaft", „Begegnungen“, „Verirrungen", „Wege“, … .

Alle ihre Bilder haben diesen erregten Herzschlag an sich, Tiefe, Sinnlichkeit, Charme und Licht. Ihre Kompositionen formen sich zu unspektakulären, aber höchst besonderen Sehnsuchtsorten, die mit feinem Farbsinn den schier unendlichen Facetten von „Grün“ nachspüren, die Reichhaltigkeit der farbigen Grautöne feiern, teilhaben lassen an den zuweilen betörenden Liebschaften von Malerischem und Zeichnung im Bild. Zauberhafte...

Weiterlesen