KUNST: offen

Tag der offenen Ateliers

Noch hält Corona den Kulturbereich im eisernen Griff. Veranstaltungen sind so gut wie nicht möglich. Vor allem die von kleinen Trägern im Bezirk. Wie sollte man auch in den kleinen Räumen den Abstand einhalten, der gefordert wird.  Alle warten hierzu auf eine Änderung der Verordnung des Landes.

Doch die Ateliers, Kunstwerkstätten und Galerien wollen trotz der Pandemie Gesicht zeigen und mehr Kultur und Kunst in den Alltag integrieren. Und so werden am Sonntag, 14. Juni 2020, zum fünften Mal insgesamt 25 Kunsträume in Marzahn-Hellersdorf einladen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Zwischen 10 und 18 Uhr kann man so, natürlich bei freiem Eintritt, die kreativen Seiten des Bezirkes entdecken.

Dabei reicht das Angebot vom grünen Siedlungsgebiet bis zu der urbanen Großsiedlung. Überall öffnen Künstlerinnen und Künstler sowie Galerien bereitwillig ihre Türen. Doch die Besucher sind, ebenso wie die Gastgeber, gebeten, die Hygiene- und Sicherheitsregeln einzuhalten.

„Die Öffnung der Ateliers ist aktuell ein extrem wichtiges Signal“, freut sich Juliane Witt, Kulturstadträtin des Bezirks: „Künstler und Künstlerinnen haben in der ersten Phase der Pandemie viel Unterstützung erfahren. Sie wollen davon auch etwas zurückgeben und den Besuchern ihr Können und ihre Werke zeigen. Der Juni bietet einen wunderbaren Hintergrund für diese Leistungsschau, die auch die Gelegenheit bieten wird, weitere Nachbarn und Kunstfreunde - mit Abstand - zu sehen, sich auszutauschen und mit Abstand Gemeinschaft zu erleben.

Ich bin sicher, dass gerade dieser Sonntag zeigen wird, wie viel Farbe, Freude und Zuversicht in den Ateliers und auf den Staffeleien in unserem Bezirk zu finden sind.

Marzahn-Hellersdorf lädt alle herzlich ein, sich ein eigenes Bild zu machen - und ein Kunstwerk zu erwerben.“

In dem umfangreichen Programm finden sie bekannte Künstlerinnen und Künstler wie Antje Püpke (Illustrationen, Karikaturen, Kleinplastiken) oder Armgard Röhl (Malerei, Zeichnungen, Druckgraphik und Fresken), Christel Bachmann (Malerei), Bettina Rulf und Steffen Wilbrandt  (Zeichnungen und Druckgrafiken wie Holzschnitt, Acrylstich, Lithografie). Auch zahlreiche renommierte Einrichtungen sind beteiligt. So das Ausstellungszentrum Pyramide mit einer fotografischen Hommage an Berlin zum 100. Geburtstag, das Berliner Tschechow-Theater oder das Kulturgut in Alt-Marzahn. Bei letzterem wird Raku gezeigt, ein traditionelles, japanisches Verfahren zur Herstellung von Keramik - insbesondere von Trinkschalen für die japanische Teezeremonie. Bei ca. 1000 Grad werden die Schalen glühend aus dem Brennofen geholt, in Sägemehl gelegt und anschließend ins kalte Wasser getaucht. Es ist ein faszinierendes Spiel der Elemente. Jeder Besucher kann seinen „Rohling“ nach eigenen Vorstellungen gestalten und live mitverfolgen, was das Spiel des Feuers nach dem Brand, auf der Oberfläche hervorzaubert.

Gleich, ob Sie mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln von einem Kunstort zum andern fahren, überall werden die Besucher die Vielfalt der Kulturszene des Bezirks erleben. Das ganze Programm, alle 25 beteiligten Ateliers und Galerien, zum Teil mit Details was geboten wird, findet sich online unter: Näheres zum Programm unter: http://www.kultur-marzahn-hellersdorf.de/kunst-offen/programm-2020

Karl Forster