Was schlängelt sich denn da um die Ahrensfelder Berge?

Zu Beginn der Coronakrise vor ein paar Wochen war noch nichts zu sehen. Doch plötzlich entdeckten die Spaziergänger auf dem Wanderweg rund um die Ahrensfelder Berge eine kleine Schlange, bestehend aus phantasievoll bemalten und verzierten Steinen! Wie kamen die dorthin? Auf der Erde lag ein Brief, gerichtet an die Menschen, die hier gerne entlang der Wuhle frische Luft schnappen, joggen oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Zwei Marzahnerinnen hatten die Idee zu dieser besonderen Corona-Kunst-Aktion. Alle Besucher werden aufgefordert, selbst bemalte oder gestaltete Steine hier abzulegen; solange uns das Coronavirus bedroht. So zeigen die Beteiligten ihre Verbundenheit miteinander und demonstrieren den Zusammenhalt in der Krise.

Innerhalb weniger Tage ist die Schlange gewachsen. Mehr als 500 Meter lang ist sie schon und noch ist kein Ende in Sicht! Die spannende Frage ist: Wie lang wird wohl die Schlange während der Coronazeit werden, vielleicht einmal um den Berg herum oder sogar bis ganz nach oben, wo man so eine tolle Aussicht hat?

Wie man beim Betrachten der Exponate feststellt, sind lauter kreative Menschen, egal ob Kinder oder ältere Menschen begeistert mit dabei. Neben Steinen aller Art und Größe, teils mit aufmunternden Sprüchen, vielfältigen Muscheln und sogar kleinen Plastiken, gerne mit Glitzer(!), sind auch Kuscheltiere hier her gebracht worden. Auch Botschaften so mancher Vereine kann man auf den Steinen lesen. Spaziergänger, Roller- und Radfahrer, schauen sich interessiert die individuellen Kunstwerke an und staunen. Die Menschen haben ein Lächeln im Gesicht, wenn sie die Botschaften lesen. Schließlich sind alle von der Corona-Krise betroffen. "Ich finde die Idee toll. Die Kinder sind begeistert dabei, sie sammeln Steine, voller Freude gestalten sie diese und bringen sie her." erzählt eine Mutter. Und die kleinen Künstler achten darauf, dass ihre Werke beim nächsten Besuch noch an Ort und Stelle liegen, denn leider sind schon ein paar Prachtexemplare verschwunden. Ein freundlicher Aufruf bittet die "Steinediebe" um Rückgabe! Sophie, 3 Jahre alt, kommt mit ihrer Mutter fast täglich zum Berg. Sie freut sich immer sehr, wie lang "ihre" Schlange nun schon ist. Dabei sind alle Besucher sehr diszipliniert und achten auf Abstand zueinander. Ganz nebenbei bewegen sich alle in der Natur, genießen das Frühlingswetter, erfreuen sich an der lieblichen Landschaft und vergessen für eine Weile die Einschränkungen.

Dagmar Steinborn