Berlin – meine Liebe, meine Last

Der Blog für Texte und Fotos von Berlin-Liebhabern und -Hassern, für geschichtliche und politische Zeitzeugen, für Lebenskünstler, Poeten, Fotografen, Cartoonisten, Träumer und Visionäre, zum Mitmachen! *

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BERLIN – meine Liebe, meine Last

Warum jetzt auch noch dieser Blog? Haben wir nicht genug an Allerweltsgeschwätz? Gibt es keine Pfandflaschenautomaten mehr, mit denen man sich unterhalten kann? Bei REWE in meiner Nähe sind sie entweder defekt oder sie schweigen stoisch. Mehr als ein leises, abgeklärtes Rumpeln ist ihnen nicht zu entlocken. Typisch Intellektuelle. Trotzdem soll und muss gesagt werden, wie sehr mich der nach wie vor stark strapazierte Berlin-Hype nervt. Die vermarkteten Legenden und Bedeutungen um diese Stadt lassen den Pudding wackeln. Wie es Berlin immer wieder schafft, sich mit London oder gar New York zu vergleichen, muss sein Geheimnis bleiben. Gut, Geheimnisse hat jeder irgendwie. Es drängt mich trotzdem mit meinen Worten in die ausgleichende Gegenrichtung. Diese Stadt scheint mir oft nur noch eine Art Disneyland für den Bespaßungstourismus zu sein. Herumstolzierende Kinder mit Smartphone Headsets haben hier ihre Bühne gefunden, narzisstisch gestörte Selbstblender bevölkern die Strassen und Plätze. „Es ist kaum zu glauben, was jeder Mensch glaubt, was er für ein Mensch ist“! – Johann Nestroy. Um dem etwas fast schon Vergessenes entgegenzuhalten, möchte ich hier an die eher unspektakulären und leisen Leute erinnern, die meinen Weg kreuzten. Ihr Einfluss auf Berlin war und ist in der Regel stärker als man hinlänglich annimmt. Meine Liebe gehört der Natürlichkeit und Authentizität. Seit 30 Jahren bin ich in Berlin als Kulturaktivist und Veranstalter unterwegs. Während dieser Zeit ist ein großes, buntes Panoptikum entstanden. Ich habe die Figuren alle konserviert und spreche mit ihnen, wenn ich mich in meinem Hobbykeller unbeobachtet fühle. Das versüßt mir den Lebensabend. Nein, mal ernsthaft, Ihr wisst was ich meine. Ich werde über schräge und absurde Begebenheit berichten, wie sie sich vielleicht nur in Berlin zutragen können: über Orte, die in ihrer Hässlichkeit fast schon schön sind, über „kranke Friseure“ und politischen Mumpitz. Rudi Hurlzmeier und Eugen Egner schauen mir dabei fröhlich über die Schulter. Einladen möchte ich Euch, es mir gleichzutun. Schickt mir Euer Zeug – Short Stories, Lieblingszitate, Fotos, Cartoons, Musik... , gerne auch nichts. Wir werden sehen, sprach der Blinde.

 

Johann Nepomuk Eduard Ambrosius Nestroy (* 7. Dezember 1801 in Wien; † 25. Mai 1862 in Graz) war ein österreichischer Dramatiker, Schauspieler und Opernsänger. Quelle: Internet

Rudi Hurzlmeier (* 1952 in Mallersdorf, Niederbayern) ist deutscher Cartoonist, Maler und Autor. Er arbeitet unter anderem  für das endgültige Satiremagazin Titanic. Quelle: Internet

Eugen Egner (* 10. Oktober 1951 in Ingelfingen) ist ein deutscher Schriftsteller, Zeichner und Musiker. Ebenfalls für das endgültige Satiremagazin Titanic tätig. Quelle: Internet