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Heinz-Hermann Jurczek: Remix-Paintings

Heinz-Hermann Jurczek zeigt sich in seinem reich facettierten, selbst für Spezialisten seines Werkes kaum noch überschaubaren Bilderkosmos als souveräner Erbe aller Strömungen der Abstraktion im 20. Jahrhundert […] Massive geometrische Körper, feinste Liniengeflechte, spitzwinklige und stumpfe Formen, Hohlformen und metallisch glänzende Flächen, warme und kalte Farben stehen in ständiger Spannung zueinander, lassen das Auge nicht zur Ruhe kommen. Jurczeks non-figurative Werke sind keine abstrakt-konkreten, geometrischen, in sich ruhenden, auf das Absolute zielenden Kompositionen im Sinne von Malewitschs Bildkonzept der Ikone als Andachtsbild der reinen Form. Eher folgt er dem Konzept von Rodschenko, der als Künstler-Ingenieur das Technische, mathematisch Berechenbare betonte. Der Gedanke des steten Fortschritts im Sinne eines Fortschreitens der Menschheit, wie ihn u.a. die sowjetischen Avantgarden des vergangenen Jahrhunderts vertreten haben, ist ihm jedoch fremd. Zustimmung oder Kritik am Zustand der Welt ist nicht sein Thema. Seine Bilder sind keine Blaupausen einer zukünftigen besseren Welt. Sie sind im wörtlichen Sinne Utopien und sollen es auch bleiben. Jurczeks Gemälde zeigen frei flottierende Trümmer einer zerstörten Welt, die buchstäblich aus den Fugen geraten ist und deren technische Instrumente sinnlos, aber faszinierend durch den schwerelosen Raum schweben. (Eckhart J. Gillen – red. gekürzt)