Der Glöckner … vom Tschechow-Theater | Viel Applaus für Berliner Kids bei den 23. Cottbuser Schüler-Kunst-Tagen

Cottbus lud ein zum Festival. Vom 29. bis 31. März veranstaltete das Staatstheater und der Verein Jugend und Kinder der Stadt die mittlerweile schon 23. Schüler-Kunst-Tage. An drei Tagen wurde die Kammerbühne des Theaters zum Podium für junge kreative Leute aus Brandenburg, Sachsen, Berlin und aus Zielona Gora (Polen). Über 300 Teilnehmer des Festivals haben ihr Können in den Sparten Theater, Tanz, Musik und Bildende Kunst vorgestellt. Eine unabhängige Jury aus Fachleuten der einzelnen Sparten begutachtete die Aufführungen und Kunstwerke und wählte die Preisträger aus. Die Besten wurden mit dem „Pegasus“, dem geflügelten Holzpferd, und Förderpreisen bedacht.

Die Kinder der Mehrgenerationenwerkstatt vom Berliner Tschechow-Theater haben zum zweiten Mal am Wettbewerb in Cottbus teilgenommen – vor 3 Jahren gewannen sie mit dem Theaterstück „Anastasia“ den Förderpreis in der Sparte Theater, der mit 150 € dotiert war. Die Kinder im Alter von 5 bis 15 Jahren aus fünf Nationalitäten (deutsche, russische, türkische, polnische und französische) stellten sich diesmal mit dem Stück „Der Glöckner von Notre Dame“ vor. Die Inszenierung erarbeitete Hannelore Wolter. Die Geschichte des Außenseiters Quasimodo und der schönen Esmeralda beruht auf dem gleichnamigen Roman des Autors Victor Hugo. Quasimodo, der Glöckner von Notre Dame, wurde als missgebildetes Findelkind vom Dompropst Frollo aufgenommen und wächst im Glockenturm der Pariser Kathedrale Notre Dame heran, abgeschirmt von der Außenwelt. Als er eines Tages zum Straßenfest geht, wird er wegen seiner merkwürdigen Gestalt vom Volk zunächst bestaunt, aber anschließend an den Pranger gestellt und gedemütigt. Einzig die schöne Zigeunerin Esmeralda hat Mitleid mit ihm und befreit Quasimodo. Dieser verliebt sich in die schöne Frau, aber sie begehrt den Hauptmann Phoebus. Auch Frollo, der Zigeuner hasst, verliebt sich in Esmeralda und ist sehr eifersüchtig. Da sich Esmeralda und Phoebus ihm widersetzten, nimmt er sie gefangen und will sie bestrafen. Nun soll Esmeralda als Hexe verbrannt werden. Da kommt ihr Quasimodo zu Hilfe.

Das Musical zeigt die dramatisch-romantische Geschichte um Liebe, Hass und Mitgefühl und behandelt heute noch aktuelle Themen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Flucht und Vertreibung. Die Theatergruppe bekam zwar in diesem Jahr keinen Preis, aber ganz viel Applaus und Lob von der Fachjury für das tolle Zusammenspiel der älteren Kinder mit den jüngeren. Im anschließenden Gespräch gaben die Profis den Kindern noch einige wertvolle Hinweise und Tipps. Als Fazit bleibt: Auf jeden Fall war es für die Theatergruppe ein Gewinn, denn gemeinsam an einer künstlerischen Gestaltung zu arbeiten und sie zur Aufführung zu bringen, stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und trägt zur Integration von Kindern unterschiedlicher Herkunft bei.

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