Geld alle,

Ingo Knechtel

und nun werden nur noch Restplätze beim Bundesfreiwilligendienst (BFD) besetzt. Nach anfänglichen Problemen ist schnell klar geworden: das kann ein Erfolgsmodell sein. Mehr Einsatzmöglichkeiten, darunter auch in der Kultur; die freiwillige Arbeit offen für alle Altersgruppen – schon diese beiden Prämissen waren Grund genug für ein wachsendes Interesse. Statt der früher rund 90 000 Zivis gibt es nun 35 000 Bufdis. Die Verknappung der Stellen war also irgendwie auch vorprogrammiert. Aber es musste weitergehen. Zu Vieles und zu Gutes wurde im sozialen Bereich mit Hilfe freiwilliger Arbeit abgedeckt. Einsparungen sollte es aber dennoch geben. Jetzt – wo klar geworden ist, dass das neue Modell Anklang findet – ist schnelles Handeln geboten: Die Mittel müssen aufgestockt werden. Die freiwillige Arbeit eröffnet neue Perspektiven für mehr soziales Engagement in diesem Land. Mehr Menschen werden einbezogen, mehr sehen für sich ein Gebraucht-Werden. Eine große Personengruppe unter den Bufdis sind schon heute zeitweilig arbeitslose Menschen. Es ist eben nachweislich nicht so, dass diese sich lieber in einer „sozialen Hängematte“ einrichten, wie es uns Hartz-4-Veruracher Schröder & Co. glauben machen wollten. Allerdings scheint es so zu sein, dass viele von ihnen nicht gern zu etwas gezwungen werden wollen. Sich die Freiheit nehmen zu helfen und für andere da zu sein, für die Gemeinschaft uneigennützig tätig zu werden, das sind Haltungen, die jede Unterstützung verdienen. Ich bin mir sicher, dass die wenigen noch freien Plätze beim Kulturring im Rahmen des BFD in Kürze vergeben sind. Das Geld ist dann zwar alle, aber die Freiwilligen warten. Lassen wir sie nicht zu lange warten.

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